Meiereien
Ausgebrannt

In Möhlin löste ein Kühlschrank einen Kellerbrand aus. Vier Rega-Helikopter, 15 Ambulanzen hunderte Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Care-Teams, Samariter rückten aus. So sieht es az-Autor Jörg Meier.

Jörg Meier
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Grund für den Gross-Einsatz der Rettungskräfte war dieser Tiefkühler.
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Vor Ort an der Hinteren Dammstrasse waren mehrere Ambulanzen, auch aus Deutschland.
Nahe dem Mehrfamilienhaus landeten drei Rettungshelikopter der Rega.
Die Feuerwehr Möhlin konnte den Brand löschen.

Grund für den Gross-Einsatz der Rettungskräfte war dieser Tiefkühler.

nbo

In Möhlin steht der berühmteste Kühlschrank der Schweiz. Aber es geht ihm gar nicht gut. Er ist ausgebrannt, hat das totale Burnout erleiden müssen.

Jahrelang hat er im Keller friedlich surrend vor sich hingekühlt. Dass er plötzlich derart heftig entflammen würde, konnte man nicht erwarten. Warum er das tat, wissen wir nicht. Aber wir sind ihm dankbar, dass er es getan hat.

Er gab viel Rauch von sich. Der Rauch stieg ins Treppenhaus. Die Menschen im Mehrfamilienhaus erschraken, rannten ins Freie. Die Feuerwehr kam, sah den Rauch und die aufgeregten Leute und begann sofort zu löschen und zu retten. Drei Personen und eine Katze wurden via Autodrehleiter dem Kühlschrankrauch entrissen.

Das aber war erst der Anfang. Der Kommandant dachte sich, wo so viel Rauch sei, müsse auch viel Feuer sein, und löste den Grossalarm aus. Bald standen 15 Ambulanzen aus Deutschland, Zürich und dem Aargau in Möhlin. Drei Rega-Helikopter waren gelandet und ein vierter befand sich im Anflug. Care-Teams waren schnell vor Ort und ebenso viel Polizei. Dazu die Feuerwehren und Samariter aus Rheinfelden, Kaiseraugst und Aarau. Auch das kantonale Katastrophen-Einsatzelement hatte eine schlagkräftige Delegation geschickt.

Blöd an der Sache war halt nur: Es gab nichts zu tun. Der Kühlschrank war rasch gelöscht, alle Menschen in Sicherheit,
niemand verletzt. Nur der Kühlschrank, der war leider nicht mehr zu retten.

Es ist jetzt einfach, sich über die vielleicht etwas übereifrigen Einsatzkräfte aller Art lustig zu machen. Das sollten wir nicht tun. Vielmehr könnten wir dankbar sein, dass wir uns sicher fühlen können. Denn im Falle eines Falles sind genügend Helfer da. Zumindest, wenn ein Kühlschrank brennt.

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