Polemik
Apple, what the f... is wrong with you!

Wer im Apple-Streaming-Dienst das neue Album von Dr. Dre hören will, muss zuerst die Songs in den Einstellungen des Handys freischalten. Klingt wie ein schlechter Witz!

Raffael Schuppisser
Raffael Schuppisser
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André Young alias Dr. Dre hat seit 1992 gerade einmal drei Solo-Alben veröffentlicht – und die Hip-Hop-Kultur trotzdem geprägt wie kaum ein anderer Künstler. Dan Krauss / Keystone

André Young alias Dr. Dre hat seit 1992 gerade einmal drei Solo-Alben veröffentlicht – und die Hip-Hop-Kultur trotzdem geprägt wie kaum ein anderer Künstler. Dan Krauss / Keystone

KEYSTONE

Wer Hip-Hop hört, kommt nicht an Dr. Dre vorbei. Und wer sein neues Album hören will, kommt nicht an Apple vorbei. «Compton», das erste Studioalbum des Ausnahmekönners seit 16 Jahren, gibt es (vorerst) weder im CD-Geschäft noch auf Spotify. Dr. Dre hat Snoop Dogg, Eminem und 50 Cent gross gemacht – nun soll er auch den Streaming-Service von Apple gross rausbringen. Mit einem Exklusiv-Album. Das nervt! Dennoch starte ich die App von Apple Music (immerhin gibts den Service für die ersten drei Monate kostenlos).

Doch was soll das? Ich kann «Compton» nicht abspielen. Hinter der grauen Schrift befindet sich ein «E». Erst nach einer Recherche im Internet und im Freundeskreis, weiss ich, was das Problem ist. «Explizite» Sprache, was bedeutet, es wird geflucht. Das ist für Kinder nicht gut und deshalb muss man diese Songs zuerst in den Einstellungen der App freischalten. Klingt wie ein schlechter Witz!

Denn als iPhone-Nutzer weiss doch Apple alles über mich, auch dass ich längst volljährig bin und kein Problem mit Gangsta-Rap habe. Um es im Jargon von Dr. Dre zu sagen: Apple, what the fuck is wrong with you, motherfucker?