Kommentar

Nach Rekordgewinn: Apple braucht gar keine Innovation

Apple ist nun doppelt so viel Wert wie Facebook. Statt nach dem "next big thing" zu suchen, setzt der iPhone-Konzern konsequent auf ein Modell der Old Economy. 

Raffael Schuppisser
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Das Geschäftsmodell von Apple entstammt der Old Economy: aussergewöhnlich gute Produkte herstellen und sie teuer verkaufen. Im 21. Jahrhundert wirkt dies fast schon antiquiert. Google, Facebook und andere Techfirmen sammeln Nutzerdaten und können im Gegenzug ihre Dienstleistung gratis abgeben. Doch dieses Modell könnte allmählich an ein Ende kommen. Zwar wachsen Google und Facebook nach wie vor, aber viel weniger stark als Apple. Der iPhone-Konzern konnte seinen Börsenwert innerhalb eines Jahres mehr als verdoppeln und legte um 725 Milliarden Dollar zu. Das ist mehr als der gesamte Wert von Facebook.

Noch immer spült das iPhone den Löwenanteil in die Kasse. Doch auch die Apple Watch und die Airpods genannten Kopfhörer werden zunehmend wichtig. Daneben setzt Apple auf Streaming-Angebote in Musik und Film. All das gibt’s nicht gegen Daten, sondern nur gegen Geld. Dass dieses alte Modell auch das Modell der Zukunft sein könnte, das zeigt sich auch darin, dass Microsoft und Google vermehrt in die Entwicklung eigener Gadgets investieren und Cloud-Dienstleistungen verkaufen.

Apple überzeugt mit Rekordgewinn. .(AP Photo/Ng Han Guan, File)

Apple überzeugt mit Rekordgewinn. .(AP Photo/Ng Han Guan, File)

Ng Han Guan / AP

Apple-CEO Tim Cook wird öfters dafür kritisiert, dass seine Firma zu wenig innovativ sei, dass nicht absehbar ist, was «the next big thing» sein könnte. Zumindest derzeit braucht Apple aber auch keine neue iPhone-ähnliche Innovation. Es reicht, wenn Cook konsequent auf ein uraltes Geschäftsmodell setzt.

Apple erzielt Rekordzahlen im Weihnachtsgeschäft

Der Computer- und Mobiltelefon-Konzern Apple hat das vergangene Weihnachtsgeschäft mit Rekordzahlen abgeschlossen. Der Quartalsumsatz stieg im Jahresvergleich um 9 Prozent auf 91,8 Milliarden Dollar, wie der iPhone-Konzern am Dienstag mitteilte.