Polemik
Ach, lasst mich doch wettern!

Eine drückende Nebeldecke hängt tief über dem Mittelland und erstickt darunter jegliche gute Laune. Nun bringt es bekanntlich wenig, gegen das miese Wetter zu polemisieren – es ist eben so, wie es ist.

Jürg Krebs
Jürg Krebs
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Sonne gibt es derzeit nur in den Bergen.

Sonne gibt es derzeit nur in den Bergen.

Keystone

Das gab schon meine Grossmutter zu bedenken, wenn ich als Kind wieder einmal losgewettert hatte. Stets liess sie dabei ihr herzerwärmendes Lachen erschallen. Ich fluche noch heute, schliesslich hat mich das Argument meiner Grossmutter nie ernsthaft überzeugt – im Gegensatz zu ihrer ansteckenden Heiterkeit.

Ist doch wahr: Warum um Himmels willen hat die Decke meines Wohnzimmers mehr Risse im Verputz als das Wolkenband zwischen Alpen und Jura? Warum wird die Helligkeit unseres Gemüts ausgerechnet dann mit diesem grauenhaften Nebel geprüft, wenn wir uns uneingeschränkt auf Weihnachten freuen wollen? Und überhaupt, warum hängt unsere Befindlichkeit derart stark vom Wetter ab?

Es gibt Fragen, auf die es einfach keine Antworten gibt, damals wie heute. Früher, als sie noch lebte, rettete mich wenigstens das Lachen meiner Grossmutter aus der Tristesse. Ihr Fehlen ist ein Grund mehr, diese Jahreszeit zu hassen.

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