Kommentar

Prävention hat auch ihren Preis

Balz Bruder
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Abstand einhalten, das wird grossgeschrieben in der Krise.

Abstand einhalten, das wird grossgeschrieben in der Krise.

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Es sind unterschiedliche Nachrichten, die derzeit die Runde machen. Die Arbeitslosenquote ist zwar leicht im Steigen begriffen, aber immer noch relativ moderat. Die Zahl der Firmenneugründungen steigt augenfällig an. Derweil geht die Angst vor Konkursen um, die an sich gesunde Firmen treffen könnte, weil sie ohne baldige Rückkehr zur Normalität ihre Bilanzen deponieren müssen. Gleichzeitig wird der Rahmen der Coronahilfen des Staates bei weitem nicht ausgeschöpft. Und dann ist noch die umstrittene Geschichte mit der Maskenpflicht in den Läden.

Die Gemengelage ist schwierig, vor allem mit Blick auf die Wintermonate. Alles tun, um zu verhindern, dass es zu einem zweiten Lockdown kommt, ist unverändert das Gebot der Stunde. Ebenso wie die laufende Überprüfung der Massnahmen, die es dazu beitragen. Oder aber das Aussetzen von Vorkehrungen, die nicht bringen, was man sich erhofft hatte.

Die Gesundheitsbehörden sind nicht zu beneiden. Nicht in einer Situation, da Grossveranstaltungen wieder möglich sind – und gleichzeitig die Hospitalisierungsquote aufgrund der Pandemie steigt. Nicht zu reden von der saisonalen Grippe, die sich von Covid-19 nicht aufhalten lassen wird. So viel wie nötig und so wenig wie möglich: Darin besteht die Quadratur des Zirkels. Wohlwissend, dass Prävention per definitionem eine Vorleistung ist. Eine schwer zu bemessende zudem. Aber gerade jetzt eine unverzichtbare.

balz.bruder@chmedia.ch