Persönlich

Fluch und Segen gleichzeitig

Rebekka Balzarini
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Man muss nicht jedem Blinken und Piepsen des Handys gleich nachgehen.

Man muss nicht jedem Blinken und Piepsen des Handys gleich nachgehen.

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Ich hasse es, ich liebe es: Mein Smartphone. Ohne dieses Gerät gehe ich nicht aus dem Haus, und wenn ich es einmal vergesse, dann ist der Tag zumindest so lange gelaufen, bis ich mich am Bahnhof mit mindestens zwei Schoggigipfeli getröstet habe.

Das grossartige an meinem Smartphone ist, dass ich überall erreichbar und immer informiert bin. Das furchtbare an meinem Smartphone ist, dass ich überall erreichbar und immer informiert bin. Damit habe ich eigentlich kein Problem. Das denke ich jedenfalls fast immer, ausser dann, wenn ich Ferien habe. In den Ferien lege ich das Gerät meistens weg. Und nach zwei bis drei Tagen merke ich plötzlich, wie gut mir das tut. Und wie viel schlechter Gespräche mit meinen Liebsten funktionieren, sobald ich mein Smartphone wieder zur Hand habe.

Einfach ausschalten, schaffe ich nicht. Zu gross ist die Angst, etwas Wichtiges zu verpassen. Immerhin helfen die regelmässigen Ferien mit weniger Smartphonekonsum dabei, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass man dem ewigen blinken, piepen und vibrieren nicht immer sofort nachgeben muss. Und dafür, dass mein Leben viel häufiger um mich herum spielt als in dem blinkenden Kasten in meiner Hand.

rebekka.balzarini@chmedia.ch