Kommentar

Finanzlage wechselt von schwarz zu rot: Corona ist bloss der Katalysator

Balz Bruder
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Die Finanzen im Kanton Solothurn sind im roten Bereich.

Die Finanzen im Kanton Solothurn sind im roten Bereich.

Oliver Menge

Die Prognose sei gewagt: Die nächste Solothurner Finanzdirektorin, der nächste Solothurner Finanzdirektor wird den spannendsten Job im Kanton haben. Jedenfalls hinterlässt die amtierende Regierung dem Nachfolgegremium eine, gelinde gesagt, delikate Finanzlage. Zwar ist es in den vergangenen Jahren gelungen, den zuvor aus dem Gleichgewicht geratenen Staatshaushalt zu stabilisieren. Aber die Schönwetterphase hat spätestens mit der Pandemie ein Ende gefunden. Jetzt wird’s düster.

Dabei wäre es falsch, die von Schwarz zu Rot changierenden Farben von Budget und Finanzplan allein Corona zuzuschreiben. Vielmehr verstärken die Folgen Entwicklungen, die sich, im fiskalischen Bereich zumal, schon früher angekündigt hatten. Denken wir an die Unternehmenssteuerreform, denken wir an die Neuverteilung bei AHV, IV und Pflegekosten. Denken wir aber auch an die Steuersenkungspläne des Kantonsrats.

Von diesen ist in den Dokumenten der Regierung neckischerweise nichts Handfestes zu finden. Dabei wird das «Jetz si mir draa!»-Dossier und der Gegenvorschlag den Nachfolger, die Nachfolgerin von Roland Heim früher beschäftigen, als ihm oder ihr lieb ist. Von wegen: Der spannendste Job im Kanton wird frei.

balz.bruder@chmedia.ch