Kommentar

Ersehnter Leuchtturm – hier ist er

Andreas Toggweiler
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In der Grenchner Stadtbibliothek soll das Schweizer Krimiarchiv entstehen. (Archivbild)

In der Grenchner Stadtbibliothek soll das Schweizer Krimiarchiv entstehen. (Archivbild)

Oliver Menge

Die Ankündigung der Grenchner Behörden, im Rahmen des Programms «Kompass» ein «Leuchtturm-Projekt» zu realisieren, ist etwas zum «Running Gag» geworden in der Stadt. Denn es liess und lässt sich einfach bisher nichts finden, das dieser Affiche wirklich gerecht würde. Auch ein spektakulärer Brunnen auf dem Zytplatz wurde sang- und klanglos schubladisiert. Und das Geld für den Leuchtturm – das ist sowieso eine andere Geschichte.

Doch jetzt könnte ein Impuls von aussen bewirken, dass Grenchen doch noch zu einer bemerkenswerten Bereicherung kommt, deren Ausstrahlung zweifellos nationales Niveau erlangen könnte. Und das sozusagen fast gratis. Gelingt es den Initianten vom neuen Verein für schweizerische Krimiliteratur, das Krimifestival zu etablieren, das «Festival du Polar Suisse Granges», dürfte dies mehr wert sein als irgendwelche Skulpturen, Bauten oder Denkmäler.

Die gegenwärtige Popularität des einheimischen Krimi-Schaffens hat jedenfalls ein Ausmass angenommen, welches diesbezüglich eine gute Ausgangslage bietet. Erst recht, weil es sich bei Krimis um sogenannte «Populärkultur» handelt. Eine Gattung, die von der literarischen «haute volée» zuweilen etwas belächelt, von der Kundschaft des Buchmarktes aber umso mehr geschätzt wird.

«Abgehobene» Kultur passt irgendwie nicht zu Grenchen, ein Krimifestival und ein Krimi-Archiv aber schon. Freuen wir uns also gleichsam gespannt auf die ersten Krimitage im (hoffentlich) Nach-Corona-Jahr 2021! Der Leuchtturm – hier ist er.

andreas.toggweiler@chmedia.ch