Kommentar

Einen ersten Pflock eingeschlagen

Elisabeth Seifert über den Lehrplan 21 und deren Umsetzung.

Elisabeth Seifert
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Die grössten Veränderungen bedeutet die neue Stundentafel für die Schüler der ersten beiden Primarklassen.

Die grössten Veränderungen bedeutet die neue Stundentafel für die Schüler der ersten beiden Primarklassen.

Annika Buetschi / AZ

Der neue vereinheitlichte Deutschschweizer Lehrplan – Lehrplan 21 genannt – sorgt landesweit für Furore. Auf Kritik stossen – und das durchaus zu Recht – allzu ausufernde und bis ins Detail gehende Beschreibungen von «Kompetenzen», über welche die Schülerinnen und Schüler am Ende der einzelnen Bildungsstufen verfügen müssen. So wirklich beruhigt haben sich die Gemüter auch nicht, seit der Lehrplan jetzt in einer immerhin etwas schlankeren Version vorliegt.

Massgebender als das reichlich befrachtete Dokument ist für Schüler, Eltern und Lehrer aber die konkrete Umsetzung des Lehrplans 21 in den einzelnen Kantonen. Und hier besteht Hoffnung: Soeben hat Solothurn mit der Lehrplan-kompatiblen Stundentafel einen ersten – sehr pragmatischen – Pflock eingeschlagen. Die Lehrplan-Vorgaben erfordern eine Anhebung der Lektionenzahl in der Unterstufe der Primarschule. Kompensiert werden diese durch eine massvolle Reduktion des Halbklassenunterrichts sowie eine leichte Senkung der Unterrichtszeit in der 4. und 6. Primarklasse. Die Fächer und Fachbereiche aber bleiben die gleichen wie bisher.

Ja, das weckt Hoffnung. Auch was die Gestaltung des Unterrichts entlang der umstrittenen «Kompetenzen» betrifft. Diese werden nicht – wie gerne behauptet – losgelöst von Inhalten definiert. Vielmehr sollen die Schüler «Kompetenz» in der Muttersprache, der Mathematik, den Fremdsprachen und dem Sachunterricht erwerben. Das war bisher so und wird auch künftig so sein. Die Suppe wird also längst nicht so heiss gegessen, wie sie gekocht worden ist.