Kommentar

«Salina Traurica» war gestern

Benjamin Wieland
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Friede, Freude, Schokoladenfabrik im neuen Produktionsstandort von Coop in Pratteln.

Friede, Freude, Schokoladenfabrik im neuen Produktionsstandort von Coop in Pratteln.

Nicole Nars-Zimmer niz

Friede, Freude, Schokoladenfabrik. Coop hat gestern in Pratteln seinen grössten und modernsten Produktionsstandort eingeweiht – und alle sind stolz. 600 Jobs, Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe, ein Bekenntnis zum Standort. Froh waren aber nicht alle, damals, im Winter 2012, als die Baselbieter Regierung ankündigte, dass sich Coop in Salina Raurica niederlassen wolle. Einen «Edellogistiker» habe man da geholt, monierte die Wirtschaftskammer Baselland. Eine Weinabfüllerei, eine Schokoladenfabrik, eine Nussabpackerei: Das entspreche nicht dem Mix wertschöpfungsintensiver Branchen, wie er für das wichtigste Entwicklungsgebiet des Kantons anzustreben sei.

Jetzt sind alle des Lobes voll. Man ist bescheidener geworden im Baselbiet – und das ist gut so: Es gilt, dankbar zu sein, dass sich Coop für Salina Raurica entschieden hat. Doch es droht neues Ungemach. Der Landrat stellte im September die geplante Tram-Erschliessung infrage. Auch die Verlegung der Rheinstrasse wurde lange bekämpft. Dabei wird erst diese ermöglichen, dass das Rheinufer zur «besten Adresse» wird, wie sich das die Wirtschaftsförderer vorstellen. Völlig richtig, dass sich Prattelns Gemeindepräsident Stephan Burgunder stark macht für die 14er-Verlängerung und die Strassenverlegung. Im September sagte er zur bz, bisher habe er mehr «Salina Traurica» gesehen als Salina Raurica. Nun schaut es aus, als werde es doch noch was mit der besten Adresse.