Landblog

Notfallübung auf dem Bruderholz?

Markus Ramseier
Drucken
Teilen
Dunkle Wolken über dem Bruderholzspital.

Dunkle Wolken über dem Bruderholzspital.

Walter Brunner

Das ganze Notfallaufgebot des Kantons Baselland war am Mittwoch auf dem Baselbieter Rangierbahnhof anlässlich der Havarie-Übung «Rotaia» versammelt – von der ABC-Wehr bis zu den Zivilschützern und 80 Statisten. Nach der Entgleisung mehrerer Wagen eines Güterzuges galt es Schlimmstes zu verhindern, aufsässige Reporter und Selfie-Fetischisten zu verscheuchen, mit Benzin gefüllte Zisternenwagen vor dem Urknall zu bewahren und einem blockierten Sonderzug entströmende FCB-Fans vor der ausströmenden Chemikalie zu schützen. Fazit: Aufgabe im Grossen und Ganzen gecheckt – kleinere kommunikative Lecks entdeckt.

Warum die nächste Katastrophenübung nicht im Bruderholz-Spital durchführen, wo es ohnehin gewaltig qualmt, seit die Basler SP die dort im Zusammenhang mit der Spitalfusion geplante ambulante Tagesklinik beschiesst und auch Grossräte anderer Parteien mit Verweis auf das Vetorecht des Baselbiets die Fusion zunehmend abblocken? So könnten Gross- und Landrat unter Beizug von Betten füllenden Statisten aus Stadt und Land als Katastrophencrew gemeinsam überprüfen, was diesem Standort stationär und ambulant im Notfall zuzumuten ist.

Die Übungsziele müssten lauten: Einmal am gleichen Schlauch ziehen, einander unter erschwerten Bedingungen (Gasmaskenpflicht) beistehen, Panikattacken partnerschaftlich verhindern, sich mutig von Mund zu Mund beatmen und bei Kontamination zusammen unter die Dusche huschen und sich gegenseitig abseifen. Als Übungsleiter böte sich Bernhard Heusler an, der diese Woche die Front gewechselt hat – vom Fuss- zum Volleyball, von den Männern zu den Frauen, von der Stadt aufs Land zu Sm’ Aesch-Pfeffingen. Geblockt wird hier nur am Netz. Im Vordergrund steht die Lust am (Zusammen-)Spiel. Wer bockt, hockt auf die Ersatzbank.