Kommentar

Ein Neuanfang, der keiner ist

Daniel Ballmer
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Soll für einen Neuanfang sorgen: Der neue Polizeikommandant Martin Roth.

Soll für einen Neuanfang sorgen: Der neue Polizeikommandant Martin Roth.

Roland Schmid

Ende Mai hatte Regierungsrat Baschi Dürr die Notbremse gezogen und sich von Polizeikommandant Gerhard Lips getrennt. All die Affären um privat genutzte Dienstwagen, Schändungsvorwürfe oder Amtsgeheimnisverletzungen waren ihm zu viel geworden. Auch im Korps herrschte grosse Unzufriedenheit. Ein Grund waren die Selbstbedienungsmentalität im Kader und dessen viele Privilegien.

Nun soll Martin Roth als neuer Kommandant für einen Neuanfang sorgen. Einfach wird das nicht. Denn als bisherige Nummer drei gehörte er selber zum umstrittenen Kader. So war er es, der als Gesamteinsatzleiter nach der erfolgreichen Bewältigung des Europa-League-Finals im Mai 2016 für den 30-köpfigen Kernstab Sicherheit ein üppiges Nachtessen und einen JU-52-Rundflug spendiert hatte. Auf Staatskosten. Im Gegensatz dazu mussten Kameraden von der Berner Polizei die Nacht in Mannschaftsbussen verbringen, weil keine Unterkunft organisiert worden war. Das sind keine Zeichen für einen modernen Korpsgeist.

Roth muss nun beweisen, dass er auch anders kann. Die Ausgangslage ist nicht schlecht. Dürr hat ihm deutlich sein Vertrauen ausgesprochen. Basler Politiker zeigen sich ebenfalls von der Wahl überzeugt. Und auch im Korps soll Roth Rückhalt geniessen. Die Hürden bleiben dennoch hoch. Die Basler Polizei steht vor zahlreichen Herausforderungen. Gleichzeitig muss Roth weiterhin Wogen im Korps glätten und auch das Vertrauen in der Bevölkerung wieder zurückgewinnen, das nach all den Affären verloren gegangen ist. Keine leichte Aufgabe.