Das Unispital sollte aufs Image achten

Das Unispital muss sich bewusst sein, dass es im offenen Wettbewerb eben auch wichtig ist, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein.

Michael Nittnaus
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Das Universitätsspital Basel

Das Universitätsspital Basel

Kenneth Nars

Das Basler Universitätsspital ist seit 2012 selbstständig und steht im offenen Wettbewerb. Dass dabei auch ein modernes Verpflegungsangebot wichtig ist, liegt auf der Hand. Die Umstellung als erstes Schweizer Spital auf ein System, das es den Patienten erlaubt, völlig flexibel die Mahlzeiten zu bestellen, könnte sich auszahlen.

Dass es dabei zu Stellenveränderungen kommt, lässt sich nicht vermeiden. Doch wie das Spital hier mit einigen seiner erfahrenen Köche, Diätköche und Patissiers umgeht, ist einer so bekannten Institution nicht würdig. Das Spital will sie als «wenige Einzelfälle» abtun und gaukelt sich selbst vor, dass das Aufwärmen und Servieren von fixfertigen Speisen für einen ausgebildeten Koch ein «zumutbares Ersatzangebot» darstelle, das seinen Qualifikationen entspricht. Auch die damit verbundenen Lohneinbussen nach zwei Jahren spielen die Verantwortlichen herunter.

Hier hätte das Spital ehrlicher sein müssen und eingestehen, dass es beim Systemwechsel auch Verlierer gibt. Denn für die Betroffenen sind die Jobangebote ein Zeichen von Geringschätzung – und für einige ein echtes Problem. Gerade Teilzeitler finden nur schwer eine neue Stelle. Hier würde aktive Unterstützung mehr bringen als Schönfärberei. Und das Unispital muss sich bewusst sein, dass es im offenen Wettbewerb eben auch wichtig ist, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Eine solche Personalpolitik kann es sich schlicht nicht leisten.