Taubenplage in Basel
Bitte den Vogel abschiessen

Andreas Schwald
Andreas Schwald
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Die Taubenplage in Basel ist ernst.

Die Taubenplage in Basel ist ernst.

Nicole Nars-Zimmer

Man muss ja nicht gleich massenweise Tauben vergiften im Park, wie Georg Kreisler einst sang. Das wäre dann auch wieder nicht recht, weil deren Kadaver eingesammelt werden müssten, bevor sich Ratten und weiteres Ungeziefer sich an den Überresten schadlos halten. Zudem würden wohl, wie Kreisler weiterdichtete, die Spatzen sowieso zuerst alles auffressen, «und das arme Tauberl schaut zu!». Rechtlich zulässig ist das übrigens genau so wenig wie die Tiere mit Kleinkaliber totzuschiessen.

Nicht der Vogel ist das Problem, es ist die Dichte. Das ökologische Gleichgewicht – in einer Stadt sowieso immer auf der Kippe – wird durch notorische Fütterer und unsaubere Abfallverwertung erst recht zerstört. Waren es früher die Ratten, sind es heute die Ratten der Lüfte. Unsere Tauben sind nicht arm dran, sie sind in der Regel sogar zu fett, denn wer eine Taube ausserhalb urbaner Siedlungsräume antrifft, würde das sportliche Tierchen wahrscheinlich kaum mehr erkennen.

Natürlich. Luxusproblem. Ist doch nur ein Vogel, der sich vermehrt. Nur sind Luxusprobleme der Preis für ein Luxusleben, das wir uns leisten. Für diesen Anspruch, den wir an unseren doch bitte möglichst noch ein bisschen sauberer gehaltenen, möglichst ruhigeren, möglichst belästigungsfreien Alltag stellen. Und dabei ausser Acht lassen, dass eine natürliche Regulierung gar nicht mehr stattfindet. Massnahmen sind also nötig. Es muss ja nicht gleich der unökologische flächendeckende Abschuss sein. Aber es bleibt dabei: Die Taubenplage muss weg.

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