Polemik
Tennis ohne Federer ist kein Tennis

Martin Probst
Martin Probst
Drucken
Aktuell grösser als der Grösste: Stan Wawrinka.

Aktuell grösser als der Grösste: Stan Wawrinka.

KEYSTONE/AP/RICHARD DREW

Adjektive lassen sich steigern. Im Fall von Roger Federer braucht es hierfür aber nicht mal ein Adjektiv. Federer steigert sogar den Superlativ, obwohl das grammatikalisch unmöglich ist.

In den «Harry-Potter-Büchern» gibt es den, dessen Name nicht genannt werden darf. Im Schweizer Tennis gibt es den, dessen Namen nicht unerwähnt bleiben darf. Egal, ob er schon seit 2012 kein Grand-Slam-Turnier mehr gewonnen hat.

Da gewinnt Stan Wawrinka sein drittes Grand-Slam-Turnier und kaum jemand kommt in der Würdigung dieser aussergewöhnlichen Leistung um den Maestro herum. Ein Gebet ohne Amen ist kein Gebet. Tennis ohne Federer kein Tennis.

Dabei hat Wawrinka Federer längst überholt. Nicht auf Lebenzeiten, aber in der Gegenwart. Darum hört endlich auf, die Leistungen von Wawrinka mit jenen von Federer zu vergleichen. Doch der Superlativ lässt sich bekanntlich nicht mehr steigern. Doch scheiss auf die Grammatik:

Wawrinka ist aktuell grösser als der Grösste!