Kommentar zum Keba-Debakel

Sturheit statt Toleranz: Anwohner missbrauchen Behördenfehler

Urs Helbling
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Die Kunsteisbahn in Aarau blickt düsteren Zeiten entgegen.

Die Kunsteisbahn in Aarau blickt düsteren Zeiten entgegen.

Gewiss, die Anwohner rund um die Sportanlagen auf dem Aarauer Brügglifeld haben seit Jahren viel zu ertragen. Gewiss, das Fussballstadion, das ihnen am meisten Ärger verursacht, will und will nicht verschwinden. Aber trotzdem wohnen sie in einem vergleichsweise privilegierten Quartier: Es gibt weder stark befahrenen Strassen und Bahngeleise noch stinkende Industrie. Darum müsste man eigentlich von den Brügglifeld-Anwohnern eine gewisse Toleranz erwarten können.

Etwas Toleranz zum Beispiel gegenüber den neuen Sportanlagen am Waldrand. Gegenüber den beiden Eisfeldern, die mit grossem Aufwand so gebaut worden sind, dass deren Benutzung möglichst wenig stört. Gegenüber den neuen Fussballfeldern (nicht dem alten Stadion), die so optimiert wie nur möglich erstellt worden sind.

Dieses Minimum an Toleranz scheint den ursprünglich gegen 100 Einsprechern abzugehen. Sie versuchen, aus dem einem Fehler der Verwaltung Kapital zu schlagen und beharren auf Einhaltung von unrealistischen Betriebszeiten. Niemand kann im Ernst erwarten, dass Sportanlagen wie die sehr teure Kunsteisbahn nur bis 16.30 Uhr genutzt werden dürfen. Schliesslich wurden sie auch für all die Berufstätigen (und Steuerzahler) gebaut, die abends ihrem Hobby frönen möchten.

Gewiss, der behördliche Fehler beim Festlegen der Betriebszeiten ist peinlich. Sehr peinlich sogar. Aber er sollte nicht dazu missbraucht werden, eine an sich gute Sache zu hintertreiben.