Apropos

So breit, alle machen sich sooo breit ...

Raffael Schuppisser
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Der Bund will die Schweizer Strassen verbreitern. (Symbolbild)

Der Bund will die Schweizer Strassen verbreitern. (Symbolbild)

Keystone/LAURENT GILLIERON

Der Bund will die Strassen verbreitern. Das ist nachvollziehbar, schliesslich gehen auch die Autos der Schweizer immer mehr in die Breite, gleichen zuweilen mehr modernen Radpanzern als Personenwagen. Doch woher den dafür benötigten Platz nehmen? Von den Velostreifen kann man keinen Zentimeter abzwacken. Das wäre gegen den Trend, gerade jetzt, wo sogar die Verkehrsministerin für den Velo-Artikel in die Pedalen tritt. Ausserdem kurven auch mehr und mehr Städter auf Downhill-Bikes mit Monster-Pneus so dick wie Motorradreifen durch die Gassen.

Die Trottoirs zu verschmälern, um für die Strassen mehr Platz zu schaffen, geht natürlich auch nicht. So gilt es doch als erwiesen, dass die Menschen und damit auch die Fussgänger stets breiter werden. Neben den Trottoirs aber beginnen oft bereits die Kuhweiden. Und den Kühen kann man keinen Raum nehmen, werden doch auch sie immer breiter. Die hochgezüchteten «Milchmaschinen» passen teils gar nicht mehr in die Ställe, sodass die Interessensgemeinschaft «Neue Schweizer Kuh», dazu aufruft, wendigere Tiere zu züchten.

Alles dehnt sich. Es scheint, dass nur die Abstände zwischen den Sitzreihen in Airlines schmaler werden. Doch hier auf slimline zu machen, ist natürlich widersinnig, schliesslich ist ja gerade über den Wolken noch genug Platz vorhanden.