Olympia 2026
Quittung für die Olympiabosse

Das Wallis will keine Olympischen Winterspiele 2026. 54 Prozent der Stimmbürger sagten Nein zu einer Kostenbeteiligung.

Doris Kleck
Doris Kleck
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Keystone

Am Donnerstag, wenn die Fussball-WM in Moskau eröffnet wird, werden die Stimmen verstummt sein. In diesen Tagen sind sie aber noch zu hören. Diejenigen, die finden, man soll das Ereignis boykottieren. Angesichts des autoritären Gebarens von Präsident Wladimir Putin. Angesichts des Gigantismus. Dieselben Diskussionen führten wir bereits vor den Olympischen Spielen in Sotschi. Und wir werden sie wieder führen vor der Eröffnung der Winterspiele in Peking 2022.

«Sion 2026» hätte ein Gegenprojekt sein können. Gegen diese Scheinheiligkeit. Und für mehr Nachhaltigkeit. Mehr Bescheidenheit, Authentizität und Ökologie. Diese Botschaft kam im Wallis nicht an. Die Stimmbevölkerung lehnte den 100-Millionen-Kredit ab. Das ist eine krachende Niederlage für die Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Sport. Sie konnten keine Euphorie entfachen und machten in ihrer Kampagne einiges falsch. Es gab personelle Probleme, Wirbel um Namensrechte und der Heli-Flug von Pirmin Zurbriggen aufs Matterhorn – all dies war wenig vertrauenserweckend.

Entscheidend war aber das Geld – im Abstimmungskampf dominierte die Angst, dass ein allfälliges Defizit an den Steuerzahlern hängen bleibt. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) profitiert, das Wallis bezahlt: Dem hatten die Olympiapromotoren zu wenig entgegenzusetzen. In den letzten 20 Jahren endeten alle Volksabstimmungen zu Olympischen Spielen – in der Schweiz und im Ausland – mit einem Nein. Diese negative Bilanz sollte dem IOC zu denken geben.

doris.kleck@azmedien.ch

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