Kommentar

Genau dafür ist petitio.ch da

In Aarau kämpft eine Pendlerin gegen den Frittierfett-Gestank in der Bahnhof-Unterführung.

Urs Helbling
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Berliner Aarau Unterführung Petitio

Berliner Aarau Unterführung Petitio

Mario Heller
Die Berliner-Backstation steht in der Aarauer Bahnhofunterführung, gleich beim Aufgang zur Wynental-Suhrental-Bahn.

Die Berliner-Backstation steht in der Aarauer Bahnhofunterführung, gleich beim Aufgang zur Wynental-Suhrental-Bahn.

Mario Heller

Im Dezember hat diese Zeitung die in der Schweiz einzigartige Petitions-Plattform petitio.ch lanciert. Bürger bekommen dank diesem digitalen Instrument die Möglichkeit, Diskussionen anzustossen. Es soll dabei um lokale Themen gehen. Um Sachen, an die niemand denkt, über die man nicht laut spricht, die scheinbar völlig belanglos sind.

Ein Musterbeispiel dafür ist die eben gestartete Petition «Gute Luft am Bahnhof, auch am Mittwoch!». 10 000 Personen laufen täglich durch die Aarauer Unterführung. Einmal die Woche bekommen sie etwas zu riechen, das sie entweder in Versuchung führt oder belästigt. Ein Beck produziert Berliner. Ohne Abzug – aber ganz legal.

Viele Leute empfinden den Berliner-Duft als Gestank. Doch wie viele sind es wirklich? Nur einzelne oder hunderte? Genau das lässt sich dank petitio.ch einfach feststellen. Wir freuen uns auf die Frittierfett-Diskussion. Wir sind gespannt, ob mindestens 200 Personen die «Gute Luft»-Forderung unterstützen. Interessant wird das Ergebnis auch für den Bäcker und die Behörden sein: Sie bekommen dank petitio.ch auf einfachstem Weg einen Hinweis darauf, wie gross der Handlungsbedarf ist.

Gewiss. Das Aarauer Berliner-Problem ist nicht weltbewegend. Aber es beschäftigt viele Leute. Und weil wir als Zeitung darüber schreiben wollen, was unsere Leser bewegt, finden wir petitio.ch eine gute Sache. Sie, liebe Leserinnen und Leser, sind eingeladen, Ihre Ideen zu lancieren oder sich Luft zu verschaffen – auch dort, wo es stinkt.

urs.helbling@azmedien.ch