Apropos

Finger weg von meinem Spielzeug

Pascal Ritter
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Bruno Kissling

Neulich habe ich beschlossen, alle Dinge, die ich in den letzten zwei Jahren nie gebraucht habe, zu verkaufen. Dazu gehört das dreiteilige und superleichte Campingpfannenset GSI outdoors. Ich biete es in einem dieser Internet-Flohmärkte für 50 Franken an. Es kamen schon einige Anfragen. Die Interessenten wollten aber den Preis herunterhandeln.

Aber das Campingpfannenset GSI outdoors gebe ich sicher nicht für dreissig Fränklein her! Schliesslich ist es superleicht und dreiteilig und hat mir am Upper Lena Lake im Olympic National Park an der US-Westküste einst treue Dienste geleistet. Ich antwortete also, dass ich das superleichte, dreiteilige Pfannenset lieber selber behalte, als es für weniger als 50 Franken zu verkaufen. Alles andere wäre ja auch Verrat.

Gestern hat sich nun jemand gemeldet, dem meine ultraleichten Campingpfannen eine grüne Note wert sind. Und plötzlich verspüre ich eine unglaubliche Motivation, in die Berge aufzubrechen und mir irgendwo zwischen Holzbodenalp und hinterer Scheidegg ein Süppchen zu wärmen.

Es ist wie früher im Sandkasten. Eigentlich interessiert einen das abgewetzte blaue Schäufelchen schon lange nicht mehr, weil man gerade mit einem nagelneuen gelben Sandsieb zugange ist. Aber wenn das Nachbarskind plötzlich mit strahlenden Augen auf das alte Ding zusteuert, will man plötzlich mit nichts anderem mehr spielen.