Gemeindefusion

Es tut weh, aber es ist nötig

Beide Gemeindeversammlungen, Attelwil und Reitnau, sagen Ja zum Fusionsvertrag. Doch während Reitnau grossmehrheitlich zustimmt, fällt die Abstimmung in Attelwil knapp aus.

Flurina Dünki
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Die Gemeindeammänner Roger Lehner (Attelwil) und Regina Lehmann-Wälchli (Reitnau) nach den Gemeindeversammlungen zur Fusion

Die Gemeindeammänner Roger Lehner (Attelwil) und Regina Lehmann-Wälchli (Reitnau) nach den Gemeindeversammlungen zur Fusion

Flurina Dünki

Gemeindefusionen sind sehr emotionale Angelegenheiten. Vielleich waren sie deshalb bisher im West-Aargau so selten. Die letzte Fusion gab es 2010, als sich Aarau und Rohr vereinten. Vor 15 Jahren wurde Mühletal in die Stadt Zofingen eingemeindet.

Heute, sieben Jahre nach dem Fusionsentscheid, ist Rohr als selbstständige Gemeinde nur noch schwer vorstellbar – auch wenn niemand genau weiss, was die Ehe mit Aarau ökonomisch gebracht hat. Sicher ist, dass der Stadtteil Rohr einen Grossteil seiner Infrastruktur, etwa die Verwaltung, verloren hat. Aber das wird kaum mehr als Problem wahrgenommen.

Rein theoretisch drängt sich der Zusammenschluss im oberen Suhrental weit mehr auf, als es die Fusion an der Suhrenmündung tat. Attelwil hat als Kleinstgemeinde mit 274 Einwohnern eine unsichere Zukunft. Auch weil es immer schwerer fällt, Personal für die Gemeindegremien zu finden. Und die Fusion macht Sinn, weil man mit dem Nachbarn Reitnau schon vieles gemeinsam hat: die Feuerwehr, die Wasserversorgung, die Schule und seit April 2016 die Gemeindeverwaltung – letztere beide in Reitnau.

Dennoch taten sich diejenigen, die vordergründig von der Fusion profiteren würden, gestern Abend besonders schwer. Es ist in der Tat nicht einfach, die Eigenständigkeit aufzugeben. Aber es führt in vielen Fällen kein Weg daran vorbei. Wenn Attelwil am 26. November ein zweites Mal zustimmt, könnte sein Beispiel Schule machen. Kandidaten, die wegen ihrer Grösse auf Dauer nicht überleben können, gibt es einige.