Zukunft Mutschellen

Ein Referendum wäre für beide Seiten gut

Die Gemeindeversammlung lehnte einen Kredit für den Fusionsvertrag als einzige auf dem Mutschellen knapp ab. Für den Ammann keinen Grund, das Projekt definitiv zu beerdigen.

Dominic Kobelt
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258 Stimmbürger haben sich am Montagabend in der Mehrzweckhalle in Widen zur Abstimmung versammelt.

258 Stimmbürger haben sich am Montagabend in der Mehrzweckhalle in Widen zur Abstimmung versammelt.

Nora Güdemann

Zukunft Mutschellen ist schon an der ersten Hürde gestolpert. Von allen Gemeindeversammlungen wäre ein Ja nötig gewesen, damit der Fusionsvertrag zwischen Berikon, Widen und Rudolfstetten hätte ausgearbeitet werden können. Widen sagte knapp Nein. Das ist überraschend. Im Vorfeld war eher aus Rudolfstetten Opposition zu vernehmen. Es wurde gar die Frage aufgeworfen, ob eine Fusion zwischen Berikon und Widen, ohne Rudolfstetten, eine Alternative wäre. Selbst der Gemeinderat Rudolfstetten hat sich offen gegen das Vorhaben ausgesprochen – er hat die Stimmung in der Bevölkerung falsch eingeschätzt. Offenbar hat die Opposition laut geschrien, aber nicht überzeugt.

Auch wenn die Fusionspläne damit ins Stolpern geraten sind, gefallen sind sie noch nicht. Ein Referendum ist möglich, ja sogar wahrscheinlich.

Warum ist Widen ausgeschert? Sicher haben finanzielle Gründe mitgespielt – Widen hat einen 12 Prozent tieferen Steuerfuss als Rudolfstetten. Da aber nur 22 Stimmen den Unterschied machten, darf man hoffen, dass ein Referendum zustande kommt. Denn egal ob man für oder gegen eine Fusion ist, es wäre gut, wenn sich mehr als 10% an diesem wichtigen Entscheid beteiligen würden. Die 15 000 Franken tun Widen nicht weh, und die Behörden hätten noch einmal die Chance, ungeklärte Fragen und Bedenken aus dem Weg zu räumen. Dann geht der Ball zurück an die Gemeindeversammlungen – hoffentlich mit höherer Beteiligung.

dominic.kobelt@azmedien.ch