Polemik
Die drei Affen von der Säbener Strasse

Fabian Hock
Fabian Hock
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Trotz Kritik an den unzumutbaren Arbeitbedingungen laufen die Vorbereitungen für die WM 2022 in Katar auf Hochtouren. (Archivbild)

Trotz Kritik an den unzumutbaren Arbeitbedingungen laufen die Vorbereitungen für die WM 2022 in Katar auf Hochtouren. (Archivbild)

Keystone

Einer sieht nichts, einer hört nichts, einer sagt nichts. Wer kennt sie nicht, die drei herzigen Affen?

Die gibt es nicht nur in japanischen Sprichwörtern, sondern auch in echt. Und zwar in München, an der Säbener Strasse 51 – beim FC Bayern.

Der erste, der nichts sieht, zum Beispiel keine Sklaven in Katar, ist Franz Beckenbauer. Der ist Ehrenpräsident des Vereins.

Der zweite, der nichts hört, möglicherweise noch nie etwas gehört hat, zum Beispiel vom deutschen Steuerrecht, ist Uli Hoeness. Der ist nach seinem Kurzbesuch im Knast nun wieder Präsident.

Der dritte, der nichts sagt, zum Beispiel, als er mal bei der Rückreise aus Katar zwei Rolex unterm Sitz versteckt hatte, ist Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Und der sagt nicht nur nichts zu seinen geschmuggelten Uhren, sondern auch nichts zu den unhaltbaren Zuständen für die Arbeiter in Katar, wo die Bayern mal wieder im Trainingslager weilen.

Warum sie, trotz Kritik, erneut dorthin reisten? Natürlich nicht wegen der Kohle, die es da zu scheffeln gibt! «Aberglaube» sei der Grund, wie Katar-Heinz Rummenigge nun zum Besten gab. Hätte er mal lieber nichts gesagt.

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