Kommentar

Begrenzungsinitiative: ein zu hoher Preis für Aargauer SVP-Unternehmer

Aargauer Unternehmer mit SVP-Parteibuch tun sich schwer mit der Begrenzungsinitiative. Jedenfalls halten sie sich auffallend zurück im Abstimmungswahlkampf. Was sind die Gründe? Ein Kommentar.

Rolf Cavalli
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Kaum Engagement für die eigene Initiative: Aargauer SVP-Unternehmer halten sich zurück.

Kaum Engagement für die eigene Initiative: Aargauer SVP-Unternehmer halten sich zurück.

KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Je näher der Abstimmungssonntag rückt, desto weniger Stimmen für die Begrenzungsinitiative sind zu hören. Die SVP war von Anfang an Einzelkämpferin in der Sache. Dies allein bedeutet nicht, dass sie chancenlos ist, wie die Masseneinwanderungsinitiative gezeigt hat. Doch diesmal fehlt der Sukkurs an einer empfindlichen Stelle: bei Unternehmern mit SVP-Parteibüchlein. Kaum einer spricht sich für die Kündigung der Personenfreizügigkeit aus.

Über die Gründe kann man spekulieren: Die einen schweigen, weil sie aus Überzeugung gegen die Initiative sind, aber der Partei nicht in den Rücken fallen wollen. Andere schreiben möglicherweise ein Ja auf den Stimmzettel, wollen aber ihre persönliche Meinung aus Imagegründen nicht mit dem Namen ihrer Firma in Verbindung bringen. Dritte sehen wohl die Niederlage kommen und wollen nicht an vorderster Front zu den Verlierern gehören.

Müllerei-Unternehmer Hansjörg Knecht wiederum, der im Ständeratswahlkampf noch lautstark für die Begrenzungsinitiative weibelte, erklärt sein plötzliches Schweigen damit, als Standesvertreter Rücksicht auf die Position des Regierungsrates nehmen zu müssen.

So oder so: Auch den meisten Aargauer SVP-Unternehmern scheint der Einsatz für die Begrenzungsinitiative zu hoch. Das sagt vielleicht mehr aus über die Vorlage als die geballte Ladung an Contra-Statements der versammelten SVP-Gegnerschaft.