Kommentar
Höhere Preise für gleiche Leistungen: Die Postfinance ist nur der Blitzableiter

Bis vor drei Jahren war Postfinance die günstigste Anbieterin von einfachen Konto- und Zahlungsdienstleistungen. Nach einer ersten grösseren Preiserhöhung 2019 und einem zweiten Gebührenschub mit Wirkung ab Anfang Juli liegen die Preise nicht mehr allzu weit weg von jenen der Grossbanken. Dahinter steckt Kalkül.

Daniel Zulauf
Daniel Zulauf
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Postfinance: Die Leistungen bleiben gleich, der Service aber wird teurer.

Postfinance: Die Leistungen bleiben gleich, der Service aber wird teurer.

Keystone

Die Postfinance will unrentable Kunden loswerden. «Wir werden sie nicht vermissen», sagte CEO Hansruedi Köng vergangene Woche ohne Umschweife dieser Zeitung.

Über diese Postfinance nervt sich die Bevölkerung gewaltig, wie die vielen Leserreaktionen zeigen. Das ist auf den ersten Blick zwar verständlich, denn mit höheren Preisen für gleiche Leistungen hat sich noch nie ein Unternehmen Sympathien geholt. Doch Köng und die Postfinance sind die falschen Adressaten für die Kritik.

Die Postfinance und ihr Chef müssen den Auftrag des Bundes umsetzen und eigenwirtschaftlich operieren. Wenn dies nicht über eine Ausweitung des Geschäftsfeldes möglich ist, müssen andere Instrumente eingesetzt werden.

Damit sind wir beim Kern des Pro­blems. Für die finanzielle Grundversorgung, welche die Postfinance erbringen muss, sollen nach dem geltenden politischen Verständnis die Verursacher zahlen.

Doch das sind im Fall der Postfinance oft Leute mit geringen Vermögen und kleinen Renten. Für sie kommt das Prinzip einer Steuererhöhung nahe. Für diese Politik ist Postfinance nur der Blitzableiter.