Kommentar
Endstation Hafenbahn

Die Basler Regierung hat bisher Hand in Hand mit dem Bundesamt für Verkehr die Hafenentwicklung vorangetrieben. Doch nun herrscht Zoff, wie aus einem internen Papier hervorgeht. Offenbar weiss die linke Hand nicht mehr, was die rechte tut.

Christian Mensch
Christian Mensch
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Der geplante neue Hafenbahnhof soll bei der Ara entstehen.

Der geplante neue Hafenbahnhof soll bei der Ara entstehen.

Kenneth Nars

Die Basler Regierung wird vom Bundesamt für Verkehr schwer gerüffelt. Nicht nur schwäche ihre neueste Planung, wie im Hafen künftig Güterzüge rangiert werden sollen, die Einbindung der Rheinschifffahrt in die nationale Verkehrsinfrastruktur. Die Planung sei auch entgegen bestehender Vereinbarungen nicht mit dem Bundesamt abgesprochen.

Wenn sich Verwaltung mit Verwaltung streitet, muss dies die Öffentlichkeit an sich nicht weiter beunruhigen. Doch der Disput offenbart eine Problematik, die sehr wohl von öffentlichem Interesse ist: Das für die Stadt- wie für die Wirtschaftsentwicklung wichtige Dossier ist offenkundig in einem desolaten Zustand, wirft mehr Fragen auf als Antworten zu geben, enthält mehr Probleme als Lösungen.

Als die Basler Stimmbevölkerung im vergangenen November Ja zum Bau des Hafenbecken 3 sagte, ist sie davon ausgegangen, dass nach jahrelanger Vorarbeit ein finanzierbares wie umsetzbares Konzept vorliegt. Sie hat Anrecht darauf, davon ausgehen zu dürfen – und hat sich doch getäuscht. Zwar gibt es unzählige Machbarkeitsstudien, neuralgische Punkte des Projekts einer neuen Logistikdrehscheibe – so scheint es mittlerweile – wurden jedoch fleissig ausgeklammert oder einfach ignoriert.

Wollen die neuen Verantwortlichen in der Regierung, Kaspar Sutter und Esther Keller, mit dem Dossier nicht Schiffbruch erleiden, ist es höchste Zeit, das Ruder herumzureissen.

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