KOMMENTAR
Das darf nicht passieren: Thurgau schwänzt den Olma-Auftakt

Die Olma-Eröffnung ist ein Ostschweizer Heiligtum. Für Politikerinnen und Politiker ist der Termin ein Muss, selbst die viel beschäftigten Bundesräte geben sich da keine Blösse. Nur die Regierungsmitglieder des Kantons Thurgau sehen das anders.

Stefan Schmid
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Olma-Direktorin Christine Bold und Bundespräsident Guy Parmelin.

Olma-Direktorin Christine Bold und Bundespräsident Guy Parmelin.

Michel Canonica

Die Olma-Eröffnungsfeier in der St.Galler Tonhalle war würdig: Eine Olma-Direktorin, die ruhig und besonnen die richtigen Worte zum schwierigen Neustart fand, ein Bundespräsident, der zumindest den einen oder anderen Lacher generierte und kraft seiner Anwesenheit die Veranstaltung beehrte und ein Schaffhauser Regierungsrat, der erwartungsgemäss einen trockenen Werbespot über seinen Kanton zum Besten gab.

Die halbe Ostschweiz hat sich zur Olma-Eröffnung getroffen, nur nicht die Thurgauer Regierung.

Deren fünf Mitglieder glänzten unisono durch Abwesenheit. Dass beim grossen Stelldichein auch sämtliche Thurgauer Bundespolitikerinnen und Politiker fehlten, machte den Eindruck, den der Nachbarkanton hinterliess, nicht besser. Was hat Mostindien bloss gegen die Olma, fragten sich Thurgau-Freunde st.gallischer oder appenzellischer Provenienz.

Nun denn, die Antwort ist lapidar: Nichts. Sie hätten einfach andere Termine wahrnehmen müssen, liess der Thurgauer Informationsdienst auf Anfrage dieser Zeitung ausrichten. Zum Beispiel Sitzungen mit den Subkommissionen des Grossen Rats oder eine Sitzung mit der Kommission zur Änderung des Sozialhilfegesetzes. Mit Verlaub: Da haben wir schon bessere Ausreden gehört.

Das kollektive Schwänzen ist gewiss kein besonderer Akt freundostschweizerischer Solidarität.

Es irritiert umso mehr, als sich der Kanton Thurgau an der Genossenschaft Olma ja finanziell beteiligt und auch dazu beigetragen hat, der Olma in diesen turbulenten Pandemiezeiten über die Runden zu helfen.

Überbewerten sollte man die Chose trotzdem nicht, zumal die Beziehung zwischen St.Gallen und Thurgau in den letzten zwei Jahren deutlich besser, die Zusammenarbeit mithin fruchtbarer geworden sei, hört man. Haben St.Galler Magistratspersonen weiland über thurgauische Sonderwege bei gemeinsamen Ostschweizer Projekten gestänkert, so ist man nun des Lobes voll über den kleineren, aber selbstbewussten Partner.

Die Thurgauer Regierungsrätinnen und Regierungsräte würden die Olma noch privat besuchen, heisst es beim Infodienst in Frauenfeld. Da freut sich doch das St.Galler Herz. Ende gut, alles gut.

2 Kommentare
Michael Brunner

Hauptsache SS konnte auch noch seinen einmal mehr so unpassenden Kommentar veröffentlichen. Von einem angeblichen Chefredaktor wünschte ich mir eigentlich etwas mehr positive Berichte, aber möglicherweise zu viel verlangt...  lassen Sie es doch besser einfach mal bleiben!

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