Salzkorn
Zu wenig Köche - die Durchhaltefähigkeit unserer Truppen ist in Gefahr

Die Schweizer Armee hat ein Problem: Weil immer weniger junge Schweizer Männer eine Kochlehre machen, sucht sie verzweifelt nach Truppenköchen. Jetzt müssen sogar Cateringfirmen einspringen.

Jürg Ackermann
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Die Lage ist ernst. Sehr ernst sogar. Wie die «NZZ am Sonntag» gestern berichtete, gehen der Armee die Truppenköche aus. Der Grund: Immer weniger junge Schweizer Männer absolvieren eine Kochlehre, das verschärft das Küchenpersonalproblem der Armee. Erstmals müssen nun in den bald startenden Rekrutenschulen externe Cateringfirmen einspringen und Soldaten verpflegen.

Grosse Sorgen macht sich der Vorstand der Fouriere, die für die Militärköche zuständig sind. Er sieht «die Durchhaltefähigkeit unserer Truppen in Krisenzeiten in Gefahr», weil sie sich in Abhängigkeit von zivilen Dienstleistern begeben.

Immerhin hat der Bundesrat bereits letzte Woche gehandelt. Er will zur Stärkung der Armee den modernsten Kampfjet der Welt kaufen. Die Frage aber stellt sich: Wie stark leidet die Truppenmoral, wenn selbst Kampfjetpiloten nicht mehr Spatz, Johnny oder Käseschnitte vom allseits beliebten «Küsche» essen, sondern uniformlose Catering-Mitarbeiter in der Küche stehen? Ob die Schweiz so je noch einen Krieg gewinnt, steht in den Sternen.

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