Salzkorn
Weinende Kinder auf Bestellung? Ja, bei den Gegnerinnen und Gegnern der «Ehe für alle»

Die Köpfe hinter der Kampagne gegen die «Ehe für alle» treiben allerlei Schindluder mit Agenturfotos trauriger Kinder.

Odilia Hiller
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Illustration: Corinne Bromundt

Bei einschlägigen Bildagenturen sind Symbolfotos zu allen möglichen Themen zu finden. Traditionellerweise wird mit Stockfotografie allerlei Schindluder betrieben.

Aktuelles Beispiel ist die Nein-Kampagne gegen die «Ehe für alle». Auf Postern, Abziehbildern und Autoklebern sind weinende Kinder über dem Slogan «Ich habe keine Mama!» zu sehen. Auf anderen ein verzweifelt guckendes Mädchen über: «Ein Leben ohne Papa?».

Plakat der Kampagne gegen die «Ehe für alle».

Plakat der Kampagne gegen die «Ehe für alle».

Bild: PD

Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie diese Brüelfotos entstanden sind. Entweder haben die Gegnerinnen und Gegner der «Ehe für alle» gezielt Kinder homosexueller Paare gesucht, die Kleinen fürs Shooting über ihre verzweifelte Existenz ausgefragt, dekorativ zum Weinen gebracht und dabei fotografiert – selbstverständlich mit dem Einverständnis der Eltern.

Realistisch? Eher nicht.

Wahrscheinlicher ist, dass zufällige Stockfotos, gefunden unter «weinendes Kind», herhalten mussten. Am glaubwürdigsten scheint aber, dass die Kinder heulen, weil diese Kampagne so hinterhältig ist.

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