Salzkorn
Tansania, das gelobte Land

Das ostafrikanische Land ist zum Sehnsuchtsort mitteleuropäischer Coronaskeptiker geworden.

Jürg Ackermann
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Halleluja. Wir haben ein neues gelobtes Land. Seit eine Thurgauer Familie, die es wegen Corona hier nicht mehr aushielt, nach Tansania auswanderte, ahnen wir, dass dort vieles besser läuft: freie Menschen, freie Landschaften, keine Maskenpflicht. Wer in der Schweiz geknechtet wird, braucht Perspektiven.

Präsident John Magufuli galt lange als Vorreiter in der Coronabekämpfung. Als in Tansania 500 Fälle erreicht waren, befahl er, das Zählen zu stoppen. Und verkündete, das Virus komme nur bei Ziegen und Papayas vor. Heilkräuter und Gebete seien die beste Medizin gegen Covid-19. «Corona verbrennt im Leib Christi», sagte Magufuli.

Seit diesen visionären Ankündigungen gab es – oh Wunder – keine Fälle mehr im Land. Dennoch verstarb der Präsident im März, wahrscheinlich an Corona. Entweder waren die Heilkräuter schon verwelkt, die Gebete zu schwach, oder er ass eben doch eine infizierte Papaya. Gegen ein Virus, das von Bill Gates hinterhältig in einer Tropenfrucht versteckt wurde, hat auch der Leib Christi einen schweren Stand.