Salzkorn
Flüchtende Autos und das Geschlechterverständnis in der Ostschweiz

Die Kantonspolizei St. Gallen bringt uns ins Grübeln.

Pascal Hollenstein
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Corinne Bromundt

«Auto kollidiert mit Motorrad». So überschrieb die Kantonspolizei St. Gallen diese Woche eine ihrer Meldungen. Personen waren am Unfall laut Titel nicht beteiligt. Überraschend ist das im Grunde nicht. Dass ein Auto autonom handelt, spricht für die namensgebende Autonomie. Das Auto muss dafür aber auch die Verantwortung übernehmen. Der Fahrer ist unschuldig, Euer Ehren!

«Auto kollidiert mit Jugendlichem auf Velo und flüchtet». So hiess eine zweite Meldung der Kapo. Klar, ein autonomes Auto ergreift auch autonom die Flucht. Dazu braucht es nun wirklich keinen Fahrer. Schuld ist auch hier: das Auto. Und der Jugendliche. Das sind Jugendliche aber immer. Schuldig, Euer Ehren!

Dritte Meldung: «Rollerfahrerin verunfallt in Kehrwendeplatz.» Haben Sie es gemerkt? Die Fahrerin war eine Frau. Da kann der Roller nun wirklich nichts für den Unfall. Freispruch, Euer Ehren!

Wir fassen zusammen: Autos, Frauen und Jugendliche bauen Unfälle - niemals aber Männer. Polizeimeldungen der Kantonspolizei St. Gallen sind interessant.

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