Salzkorn
Die Vermehrung im Internet

Angst vor Überbevölkerung? Das war einmal. In praktisch allen entwickelten Ländern der Welt sinken die Geburtenraten - mit teils massiven Folgen.

Jürg Ackermann
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Noch vor zehn Jahren machte das Schreckgespenst der Überbevölkerung die Runde. Im Jahr 2100 könnten bis zu zwölf Milliarden Menschen auf der Erde leben, so die UNO. Diese Prognosen wurden mittlerweile stark gegen unten korrigiert. Denn die Geburtenraten sind in fast allen Industrieländern im Keller.

Nun gibt die Politik Gegensteuer. So hat China ein Gesetz verabschiedet, das Familien drei Kinder erlaubt. Die Führung in Peking hat gemerkt: Wenn sie nichts unternimmt, schrumpft die Bevölkerung nach Jahrzehnten der Einkindpolitik massiv. Gleichzeitig schlagen in Deutschland Arbeitgeber Alarm. Wegen der tiefen Geburtsraten brauche das Land jährlich 400000 Einwanderer, um auch künftig genug Arbeits- und Fachkräfte zu haben.

Überraschend ist dies nicht. In unserer digitalisierten Welt hört offensichtlich selbst im christlichen Abendland kaum mehr einer auf den Bibelspruch «Seid fruchtbar und mehret euch!». Und wenn ja, dann gelten die Bemühungen um Vermehrung vor allem der Anzahl Follower auf Instagram.

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