Salzkorn
Das war der kühlste 1. August seit dem Rütlischwur

Eine sternenklare Nacht und der Mond, der sich im See spiegelt: Als Melchtal, Fürst und Stauffacher vor 730 Jahren auf dem Rütli zusammen kamen, war das Wetter gut. Zum Glück, sonst wäre unser Land vielleicht gar nie gegründet worden.

Jürg Ackermann
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Was haben wir geschwitzt – und uns nach Regen gesehnt! Es war fast schon ein Jahrhundertsommer. Die Badis jeden Tag voll, die Glace-Verkäufer machten Rekordumsätze und in den Nächten war an Schlaf kaum zu denken, weil die Temperaturen nicht sanken. Erst drei Jahre ist es her und doch nur eine blasse Erinnerung.

Wer den 1. August zu Hause verbrachte, hatte auf jeden Fall nie das Gefühl, die Ostschweiz werde wegen des Klimawandels bald einen mediterranen Anstrich erhalten. Das war mit Sicherheit einer der kältesten Nationalfeiertage seit dem Rütlischwur!

Übrigens auch am 1. August vor 730 Jahren war das Wetter besser. Stauffacher, Fürst und Melchtal brauchten keinen Schirm, als sie auf dem Rütli schworen, «frei zu sein, wie die Väter waren». «Die Nacht ist sternenklar», schreibt Schiller. Selbst der Mond spiegelte sich im Vierwaldstättersee. Logisch, dass man bei diesen «seltsam wunderbaren Zeichen» Mut fasste, den Vögten eins auszuwischen und noch schnell ein Land zu gründen. Nur gut, hat es damals nicht geregnet.

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