Rapperswil-Jona
Verstoss gegen das Vermummungsverbot: Eine Demonstrantin muss 550 Franken bezahlen

Weil sie an der illegalen Kundgebung in Rapperswil vom 24. April eine Kartonmaske trug, hat eine Frau aus dem Kanton Bern einen Strafbefehl erhalten. Dagegen hat sie Einsprache erhoben.

Noemi Heule
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Volksfest statt Schutzmassnahmen: An der Demonstration vom 24. April in Rapperswil scherte sich kaum jemand um Masken oder Abstandsregeln.

Volksfest statt Schutzmassnahmen: An der Demonstration vom 24. April in Rapperswil scherte sich kaum jemand um Masken oder Abstandsregeln.

Bild: Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

Keine Masken, kein Abstand, keine Bewilligung: Rund 4000 Demonstranten marschierten am 24. April in Rapperswil auf. Eine illegale Kundgebung, die sich gegen die Covid-Schutzmassnahmen richtete – und diese grösstenteils ignorierte. Die Polizei markierte zwar Präsenz, trübte die Volksfeststimmung aber nicht mit ihrem Einschreiten. Von 45 Wegweisungen abgesehen, hatte der Aufmarsch für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer keine Konsequenzen.

Doch halt! Zwei Personen wurden festgenommen und nun mit einem Strafbefehl abgefertigt. Allerdings nicht, weil sie gegen die Covid-Gesetzgebung verstiessen: Ein Mann aus dem Berner Oberland hatte sich nicht an besagte Wegweisung gehalten. Er muss deshalb eine Busse von 200 Franken bezahlten. Inklusive Verfahrens- und Polizeikosten muss er 550 Franken für die illegale Teilnahme an der Kundgebung bezahlen, wie dem Strafbefehl zu entnehmen ist.

Kartonmaske statt Schutzmaske

Den gleichen Betrag muss eine Frau berappen, die ebenfalls aus dem Kanton Bern angereist war. Ihr Vergehen mutet in Anbetracht der Umstände doch eher seltsam an: Verstoss gegen das Vermummungsverbot. Im Strafbefehl heisst es, sie habe ihr Gesicht wissentlich und willentlich mit einer Maske verdeckt. Dabei handelte es sich freilich nicht um eine Covid-Schutzmaske, sondern um eine «Kartonmaske», wie die Staatsanwaltschaft auf Anfrage sagt. Wie die Vermummung genau ausgesehen hat, will sie allerdings nicht verraten. Die Frau hat gegen den Strafbefehl Einsprache erhoben.

Zumindest eine Person trug also in Rapperswil doch eine Maske – wenn auch die falsche. In St.Gallen steht am Samstag übrigens eine bewilligte Klimakundgebung an. Ob die Polizei unter den Sitzstreikenden einen Autoposer ausmacht?