Kommentar
«Eidgenössisches» 2025 findet in Glarus statt – St.Gallen hat trotzdem alles richtig gemacht

Das eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2025 wird in Mollis im Kanton Glarus ausgetragen. Die Bewerbung aus St.Gallen unterlag. Doch der Verein unter dem Präsidium von Michael Götte muss sich keinerlei Vorwürfe machen.

Daniel Wirth
Daniel Wirth
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Die Kameras werden 2025 in Mollis im Glarnerland auf den Schwingerkönig gerichtet sein.

Die Kameras werden 2025 in Mollis im Glarnerland auf den Schwingerkönig gerichtet sein.

Bild: Andy Mettler

Die Enttäuschung in St.Gallen war gross, als der Spitze des Vereins «ESAF 2025» am Samstag mitgeteilt wurde, dass das eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2025 in Mollis im Kanton Glarus und nicht auf dem Breitfeld im Westen der Stadt ausgetragen wird. Doch der Verein unter dem Präsidium von Michael Götte muss sich keinerlei Vorwürfe machen. Er hat alles richtig gemacht und beste Botschafter fürs Lobbying ausgesendet.

Das Bewerbungsdossier, das den rund 280 Abgeordneten schriftlich und mit einem Video eingereicht wurde, war stark. St.Gallen hat Erfahrung in der Organisation und der Durchführung von Grossanlässen, die Anbindung an den öffentlichen und den Individualverkehr ist ideal. Doch das Motto «Ein Fest der kurzen Wege» überzeugte die Abgeordneten nicht. Das haben die Stadt, die Region und die Organisatoren einfach zu akzeptieren.

Was bei den Abgeordneten des eidgenössischen Schwingerverbands den Ausschlag für Mollis gab, ist schwierig nachzuvollziehen. Möglicherweise wog bei der St.Galler Kandidatur das Handicap zu schwer, dass hier vor 41 Jahren schon einmal ein «Eidgenössisches» stattgefunden hatte. Möglicherweise kam die St.Galler Bewerbung zu wenig emotional daher.

Die Mitglieder des Vereins «ESAF 2025», der breit abgestützt war und von den Behörden mitgetragen wurde, werden es zu analysieren versuchen. Sie können sich schon vor der Analyse trösten: Sie haben alles richtig gemacht. Die Abgeordneten des Schwingerverbands sind ein Gremium, das nicht zum ersten Mal mit einer Vergabe des «Eidgenössischen» stark überrascht, in dem der Aussenseiter dem vermeindlichen Favoriten vorgezogen wird.