Bund lehnt Anfrage aus Grönland ab

In Grönland fanden Wahlen statt. Stimmzettel wurden von Flugzeugen abgeworfen. Dazu Faxgeräte für die Übermittlung der Resultate.

Jürg Ackermann
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Grönland schafft es nicht oft in die Schlagzeilen. Vor zwei Jahren war es aber so weit. Donald Trump verkündete damals, er wolle die Insel kaufen. Nicht des vielen Schnees oder Eises wegen, sondern weil die Bodenschätze lukrative Geschäfte versprachen. Es war eine von vielen hemdsärmeligen wie skurrilen Ideen des damaligen US-Präsidenten, die zum Glück nie Realität wurden.

Nun wählten die Grönländer ein neues Parlament. Die Partei Inuit Ataqatigiit gewann. Das Spezielle: Auf der riesigen Insel warfen Flugzeuge Stimmzettel und Faxgeräte ab – für die Übermittlung der Stimmen, die Mitglieder von Patrouillen abgegeben hatten, die fern jeder Zivilisation im ewigen Eis unterwegs sind.

Um eine korrekte Wahl zu garantieren, soll die Regierung Grönlands bei der Schweiz ein Gesuch gestellt haben – zur Lieferung der kaum mehr erhältlichen Faxgeräte. Doch der Bundesrat winkte ab. «Wir brauchen jeden Fax», hiess es in Bern. «Wenn Ärzte und Spitäler die Coronazahlen nicht mehr übermitteln können, merken wir nicht, wenn die dritte Welle kommt.»