Glosse

Junge Ostschweizer Fussballer, die so wohltuend anders sind – und Mode machen

Jasper van der Werff, Alessandro Kräuchi und Dennis Vanin spannen zusammen und zeigen sich kreativ. Der Nebeneffekt: Sie sammeln für Kinder aus Nepal.

Christian Brägger
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Christian Brägger, Redaktor Sport

Christian Brägger, Redaktor Sport

Bild: Hanspeter Schiess

Sie sind jung, eng befreundet seit der gemeinsamen Juniorenzeit im FC St.Gallen, und heute nur durch die Vereinsfarben getrennt. Jasper van der Werff (Basel), Alessandro Kräuchi (St.Gallen) und Dennis Vanin (Brühl) haben den Corona-Lockdown im Frühjahr so anders genutzt, als dies von Fussballern kraft ihrer Attitüde generell erwartet würde. Sie, die ihre Köpfe ohnehin oft zusammenstecken, wollten neben dem Fussball kreativ sein – und gründeten ein eigenes Modelabel.

«Maison d’Estime» – «Haus der Wertschätzung» nennen sie nach einem Relaunch ihren Wurf. In einer ersten Unisex-Kollektion in kleinem Stil, die in Tschechien Mithilfe eines Mittelsmannes produziert wird, gibt es schlicht gehaltene T-Shirts und Kapuzenpullover. Teile des Erlöses will das Trio nepalesischen Kindern zukommen lassen, damit diese die Schulsachen bezahlen können. Da kann es nur helfen, dass neben Kräuchi, der als Model und grundsätzlich auf Fotos nicht lachen könne, dessen St. Galler Teamgefährte Lawrence Ati Zigi als Mannequin wie Zugpferd «verpflichtet» werden konnte; er wird in Naturalien bezahlt.

Noch ist das alles mehr Hobby denn nächstes berufliches Standbein. Coole Mode für junge Menschen, von Fussballern, mitunter für Fussballer. Ein Farbtupfer alleweil, hat es etwas Wohltuendes, wenn Junge über den Tellerrand schauen, und verdient «Estime», Wertschätzung. Das lässt gerade in diesen Zeiten hoffen.