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Integration: Kantone müssen die Chance nutzen

Dieses Jahr treten im Asyl- und Flüchtlingswesen etliche Neuerungen in Kraft. Für die Arbeitsintegration beseitigen sie viele Hürden. Diese Chance gilt es zu nutzen.
Kaspar Enz

Dies ist ein Artikel der "Ostschweiz am Sonntag". Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Vier Jahre ist sie her, die «Flüchtlingskrise»: Damals wurde Hunderttausenden Syrern klar, dass der Krieg nur noch schlimmer würde, genau wie die Verhältnisse in den Zeltlagern, in denen sie schon seit Jahren ausharrten. Sie machten sich auf den Weg, meist nach Deutschland, wo Angela Merkel die Grenzen öffnete, um die drohende humanitäre Katastrophe an Europas Grenzen abzuwenden.

Die politischen Nachbeben sind bis heute zu spüren. Dabei ging die Zahl der Flüchtlinge, die an Europas Grenzen anklopfen, schnell zurück. Auch in der Schweiz. Knapp 40000 ersuchten im Jahr 2015 um Asyl. 15000 waren es im letzten Jahr, so wenige wie zuletzt 2004.

Der Weg ist noch zu lang

Das trifft sich gut. Denn die letzten Jahre zeigten auch, dass die Integration der Flüchtlinge noch nicht so reibungslos verläuft, wie es zu wünschen wäre. Zu lange dauert es, bis sie sich auf dem Arbeitsmarkt zurechtfinden – wenn ihnen das überhaupt gelingt. Die Mehrheit von ihnen ist deshalb weiterhin auf Sozialhilfe angewiesen. Eine unbefriedigende Situation, für Steuerzahler wie Flüchtlinge selber.

Dass viele von ihnen mit schlechter Schulbildung ankommen, ist ein Grund. Wichtige Gründe sind auch systembedingt: Die Neuankömmlinge sollten sich bisher erst integrieren, wenn ein positiver Asylentscheid vorliegt. Doch bis dahin vergingen Jahre, während derer viele Asylbewerber zur Untätigkeit verdammt waren. Und dann sollten sie plötzlich Deutsch sprechen und arbeiten – wenn sie denn jemand anstellen würde. Doch viele Arbeitgeber wurden schnell von einer Flut von Formularen vergrault.

Die Fehler sind erkannt

In den Jahren seit der Flüchtlingskrise wurden diese Systemfehler offensichtlich. Und in Simonetta Sommarugas Justizdepartement stellte man die richtigen Weichen. Am wichtigsten ist die Asylreform, die demnächst in Kraft tritt: Die Asylsuchenden kommen erst in Bundesasylzentren, wo sie in stark verkürzten Verfahren einen Entscheid erhalten. Gelangen sie von da in die Gemeinden, hatten sie bereits ein paar Lektionen Deutsch. Seit Anfang Jahr wurde zudem der administrative Aufwand für Arbeitgeber drastisch reduziert. Dank den stark erhöhten Integrationspauschalen haben die Gemeinden kaum noch einen Grund, bei Sprachkursen und Integrationsmassnahmen zu knausern.

Bern hat seine Hausaufgaben gemacht. Jetzt müssen die Kantone und Gemeinden die Chancen nutzen. Einige vielversprechende Ansätze gibt es auch im Kanton St. Gallen. Das Teillohnmodell, das letztes Jahr eingeführt wurde, könnte ein wichtiges Puzzleteil sein, ebenso wie die Vorlehren in verschiedenen
Branchen. Weiterhin gefragt ist der gute Wille aller Seiten: Flüchtlinge und Arbeitgeber, öffent­liche Hand und Bevölkerung. Dann schaffen
wir das.

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