Kommentar

Es geht auch ohne Panik: Der Klimaschutz kommt vorwärts, weil er ein Business ist

Tesla ist erstmals über 100 Milliarden Dollar wert, und in Davos kündigen Firmen riesige Investitionen in klimafreundliche Innovationen an. Alles bloss PR? 

Patrik Müller
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Kometenhafter Aufstieg an der Börse: Elon Musk, Gründer und Chef von Tesla.

Kometenhafter Aufstieg an der Börse: Elon Musk, Gründer und Chef von Tesla.

John Raoux / AP

Der amerikanische Autohersteller Tesla war an der Börse gestern erstmals über 100 Milliarden Dollar wert. Das ist mehr als der deutsche VW-Konzern, der weltweit am meisten Autos verkauft. Tesla produziert viel weniger als VW, aber alle seine Wagen sind emissionsfrei. Elektroautos gehört die Zukunft, glauben die Investoren.

Patrik Müller

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Die Meldung passt in diese Woche, wo am Weltwirtschaftsforum in Davos über nichts so intensiv diskutiert wird wie über den Klimawandel - auch nachdem Greta vorübergehend abgezottelt ist. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, der Umstieg auf die Co2-freie Mobilität sei die grösste Herausforderung überhaupt. Darum investiere jetzt Deutschlands Autoindustrie gewaltige Summen.

Firmenchefs unterschiedlicher Branchen überboten sich in Davos mit Ankündigungen klimafreundlicher Innovationen. Wie glaubwürdig ist das? Natürlich geht es um PR, aber nicht nur. Grün verspricht glänzende Geschäfte. Nestlé versorgte die WEF-Teilnehmer mit pflanzenbasiertem Fleischersatz, Energiekonzerne und Banken sehen in der Nachhaltigkeit höhere Margen. Milliarden von Dollar fliessen in Start-ups, die irgendetwas mit Klima zu tun haben.

Die wenigsten Unternehmer und Manager sind Wohltäter. Die wenigsten neigen dazu, wie von Greta gefordert in Panik auszubrechen. Den meisten geht es ums Business. Wenn dieses dem Klima hilft, umso besser.