Leserbrief

Groteske Sichtweise

Abstimmungen sind ein Ventil für Ängste, Ausgabe vom 25. September

Max Tobler, Wuppenau
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Frau Professor Lüddeckens analysiert das angenommene St. Galler Burkaverbot als ein Unbehagen gegenüber dem Fremden, das erst noch von den Medien geschürt worden ist. Diese Sichtweise ist nicht nur grotesk, sondern auch beleidigend. Gerade als Religionswissenschafterin weiss sie, dass alle drei grossen monotheistischen Religionen die Frau als dem Manne untergeordnet darstellen. Beschnittene Frauenrechte, Genitalverstümmelungen, das Aufzwingen eines Ehemannes, wie auch das Verbergen der Frau vor der Öffentlichkeit in einem schwarzen Sack sind Auswüchse männlicher Gewaltherrschaft, aufgeschrieben in archaischen Schriften. Die St. Galler Stimmbürger haben Hexenverbrennungen hinter sich gelassen und als aufgeklärte Menschen auch ein sichtbares Zeichen gesetzt gegen religiös motivierte Demütigung des weiblichen Geschlechts.