Kommentar

Gratis Corona-Recherchen für alle? Warum guter Journalismus auch in der Krise etwas kostet

Die Corona-Krise ruft der Gesellschaft die Bedeutung verlässlicher Medien in Erinnerung. Umso wichtiger ist es darauf hinzuweisen, dass guter Journalismus nicht gratis sein kann. 

Stefan Schmid
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Stefan Schmid

Stefan Schmid

Hanspeter Schiess

Die Corona-Krise zeigt, wie wichtig die traditionellen Medien sind. Im Unterschied zu Facebook und anderen Quellen im Internet, in welchen jeder und jede krude Theorien in die Welt setzen kann, findet auf Redaktionen ein Faktencheck statt.

Journalistinnen und Journalisten überprüfen ihre Quellen, fragen nach und publizieren im Idealfall nur, was stimmt.

Fast scheint es, als würde die Gesellschaft diese Zusammenhänge neu entdecken. Die Nachfrage nach verlässlichen Informationen aus glaubwürdigem Haus jedenfalls ist riesig. Das zeigen auch die Zugriffszahlen auf unserer Webseite tagblatt.ch.

Gleichzeitig wird aus der Leserschaft der Ruf laut, die Corona-Informationen allen kostenfrei zugänglich zu machen.

Das werden wir nicht tun. Seriöse Arbeit hat einen Preis. Gute Journalisten kosten. Je besser sie sind, desto höher ihr Lohn. Wer, wie diese Zeitung, nicht mit öffentlichen Mitteln alimentiert wird, muss das Geld auf anderem Weg hereinspielen. Da die Werbeeinnahmen seit Jahren zurückgehen – und in der aktuellen Krise gar dramatisch wegbrechen – sind die Konsumentinnen und Konsumenten mehr denn je gefragt.

Wer von den privaten Medien im Land guten Journalismus will, muss etwas zahlen. Oder es gibt irgendwann keinen guten Journalismus mehr. Das gilt ebenso in der Krise. Obst und Gemüse beim Bauern kosten. Recherchen und Analysen auch.