Kommentar
Gemeinsame Spitalliste: St.Galler und Appenzeller wachen langsam auf

Die Kantone St.Gallen, Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden beabsichtigen, ihre medizinischen Angebote zu koordinieren. Das könnte der Anfang sein für eine überkantonal abgestimmte Ostschweizer Spitalpolitik.

Stefan Schmid
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Stefan Schmid

Stefan Schmid

Hanspeter Schiess

Endlich raufen sie sich zusammen: Die Kantone St. Gallen, Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden wollen künftig medizinische Leistungen koordiniert anbieten.

Das ist ein Meilenstein im real gelebten Ostschweizer Föderalismus, wo in der Regel jeder macht, was er will. Seit Jahren plädieren Experten für eine Zusammenarbeit über Kantonsgrenzen hinweg. Passiert ist wenig bis nichts. Zu gross waren die lokalpolitisch motivierten Widerstände. Zu klein war offensichtlich der Leidensdruck.

Doch die Zeiten ändern sich. Einerseits steigen die Gesundheitskosten ungebremst an. Die Einsicht wächst, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Andererseits haben personelle Wechsel in Appenzell und Herisau sicher dazu beigetragen, Berührungsängste gegenüber dem grossen Bruder St. Gallen abzubauen.

Es liegt nun an den drei Kantonen, rasch voranzugehen und konkrete Vorschläge zu liefern. Wenn immer möglich sollten bald weitere Kantone in die koordinierte Planung einbezogen werden. Die Achse St. Gallen-Herisau-Appenzell kann nur ein Anfang sein. Vaduz, Frauenfeld und Chur müssen folgen.

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