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Kommentar

Einsamer Macron

Frankreichs Präsident fordert eine europäische Armee. Und er warnt vor dem wieder aufflammenden Nationalismus. Recht hat er. Nur hört ihm kaum jemand zu.
Stefan Schmid
Stefan Schmid.

Stefan Schmid.

Der französische Präsident Emmanuel Macron liebt die grossen Gesten. Unvergesslich wie er zu den Klängen von Beethovens «Ode an die Freude», der offiziellen Hymne Europas, am Abend seiner Wahl vor der Louvre-Pyramide zu seinen Fans marschierte.

Keine Überraschung also, dass der junge Staatschef auch die Bühne nutzte, welche ihm die Feierlichkeiten zum Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren am Wochenende in Paris boten. Vor 70 Staatschefs, darunter US-Präsident Donald Trump, inszenierte sich Macron als überzeugter Verfechter des Multilateralismus, des Ausgleichs zwischen den Nationen und der Europäischen Einigung. Nationalismus, sagte er unverhohlen in Richtung Donald Trump, sei das Gegenteil von Patriotismus.

Bien fait, Monsieur le Président. Es ist nicht das erste Mal, dass man Macron grundsätzlich zustimmen kann. Das Malaise liegt freilich an einem anderen Ort. So recht Macron mit seinen Ideen für eine europäische Armee oder eine Vertiefung der politischen Integration der EU hat: Es folgt ihm niemand. Die Briten sind mit sich selbst beschäftigt. Die italienische Regierung unter der Fuchtel der rechtspopulistischen Lega gefällt sich in ihrer Rolle als Antipode zur EU-Kommission in Brüssel. Und die Deutschen sind mit Angela Merkel nicht willens – und angesichts des Ablaufdatums der grossen Koalition zunehmend nicht mehr fähig – , zusammen mit Frankreich Europas Motor zu spielen.

Doch Macron ist nicht nur auf dem europäischen Parkett eher einsam. Er ist auch an der Heimatfront angeschlagen. Die Machtfülle des Amtes verführt zu monarchischer Abgehobenheit. Der Sonnenkönig wirkt seltsam entrückt von den Alltagssorgen seines Volkes. Schade. Macrons Ideen hätten es verdient, vertieft diskutiert zu werden.

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