Kommentar

Auch wenn sich die Corona-Situation verbessert: Durchhalten bis zur Normalität

Bruno Knellwolf
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Wissenschaftsredaktor Bruno Knellwolf.

Wissenschaftsredaktor Bruno Knellwolf.

Die Zahlen der Neuinfektionen in der Schweiz sind ermutigend: 28 am Dienstag, 51 am Mittwoch. Auf die Kantone bezogen sind das inzwischen Einzelfälle. Vor sechs Wochen waren es noch gegen 1500 Ansteckungen pro Tag. Erreicht worden ist dieses Abflachen der Infektionskurve ohne drastische Ausgangssperren wie in benachbarten Ländern, in denen das eigene Zuhause zum Gefängnis gemacht wurde.

Die Folgen des schweizerischen Lockdowns sind aber auch so dramatisch und katastrophal genug. Die Sehnsucht nach Normalität steigt mit jedem weiteren Tag seit Beginn der Lockerungen und die Disziplin wird immer schwieriger einzufordern sein, wenn bald hoffentlich einmal an einem Tag null neue Infektionen gemeldet werden.

Dieser erfreuliche Rückgang darf nicht dazu verleiten, die nächsten Wochen die grundsätzlichen Hygienemassnahmen zu vernachlässigen. Denn eine zweite Welle ist möglich, diese wird aber unter Beibehaltung gewisser Disziplin das Land nicht mehr überrollen.

Treten die Ansteckungen lokal und nicht mehr breitflächig auf, kann diesen mit punktgenauen Massnahmen und Schliessungen begegnet werden. Dabei hilft die Contact-Tracing-App des Bundes, die bei 60 Prozent Beteiligung eine Wirkung hat.

Allerdings nur, wenn nicht jeder denkt, die App kann ja der Nachbar herunterladen. Solidarität ist weiter gefragt. Denn sicher ist, ein zweiter Lockdown kann nicht angeordnet werden. Das würden wir und die Schweiz nicht aushalten.