Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Kommentar

St.Galler Spitalstreit: Drei Monate im Amt – und schon versagt?

In der Spitaldebatte machen es sich manche Parteien etwas zu einfach, die Schuldigen zu auszumachen.
Silvan Lüchinger

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Silvan Lüchinger (Bild: Coralie Wenger)

Silvan Lüchinger (Bild: Coralie Wenger)

Sommerhitze und Wassermangel haben den St.Galler Spitalstreit nicht gedämpft. Im Gegenteil. Das Feuerverbot ist aufgehoben, es darf wieder gezeuselt und gegiftelt werden. Mann des Anstosses ist Felix Sennhauser, als Präsident des Verwaltungsrates der St. Galler Spitalverbunde auch dessen Gesicht. Insbesondere die Parteien SP und CVP werfen ihm vor, der Spitalverwaltungsrat verfolge ausschliesslich betriebswirtschaftliche, sprich finanzielle Ziele. Das stimmt nicht. Die drohenden Defizite sind ein wichtiger Treiber für eine Spitalreform, aber bei weitem nicht der einzige.

Sennhauser hat ausdrücklich und mehrfach betont, dass die Zukunft des St. Galler Gesundheitswesens mindestens so stark von der medizinischen und technischen Entwicklung, vom wachsenden Anteil ambulanter Eingriffe und von der zunehmenden Spezialisierung der Ärzte mitbestimmt wird. So zu tun, als finde jedes Regionalspital künftig noch einen Schulter-, einen Hüft- und einen Kniespezialisten, ist Augen­wischerei.

Ebenso wenig hat Sennhauser je behauptet, Spitäler zu schliessen liege in der Kompetenz des Verwaltungsrates – oder gar in seiner eigenen. Das letzte Wort dürfte das Volk haben, und das ist auch richtig so. Wenn der Verwaltungsrat sich wünscht, die Entscheide möchten rascher fallen, ist ihm das nicht zu verargen. Felix Sennhauser ist seit knapp drei Monaten im Amt. Einzelne Kritiker wissen bereits jetzt, dass er strategisch, politisch und kommunikativ versagt hat. Das ist Polemik. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Auch die SVP personifiziert ihr Missbehagen über die Entwicklung. Die politische Verant­wortung, hält ihr Kantonalpräsident fest, müsse Heidi Hanselmann übernehmen. In der Verantwortung steht die Gesundheitschefin zweifellos. Man darf aber auch daran erinnern, dass die SVP seinerzeit mit deutlicher Mehrheit hinter den Spitalbau-Vorlagen stand. Mit Ausnahme von Altstätten und Grabs – weil der damalige Parteipräsident im Rheintal ein separates Projekt verfolgte. Wer behauptet, dem Volk sei etwas vorgegaukelt worden, muss sich an der eigenen Nase nehmen. Er hat die angebliche Gaukelei offensichtlich auch nicht durchschaut.

Wie der Spitalstreit auch immer ausgeht – die Spitalstrategie muss sich an einem neuen Horizont orientieren. Die Versorgungsregion, die zu beplanen ist, kann nur Ostschweiz heissen. Das wird Überzeugungsarbeit brauchen, die Verwaltungsrat und Politik gemeinsam zu leisten haben. Hinweise darauf, dass sie den gleichen Weg als den richtigen erkannt haben, sind noch spärlich. Viel Zeit bleibt nicht mehr.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.