Kommentar

Diese Ostschweizer Frauen haben seit den Wahlen bereits für Aufsehen gesorgt

Noch ist es zu früh, die Arbeit der Ostschweizer Bundespolitikerinnen und Bundespolitiker abschliessend zu bewerten. Doch neun Monate nach den nationalen Wahlen zeichnet sich ab, wer in Bern eine Rolle spielen wird.

Stefan Schmid
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Sommerferien. Der Politbetrieb ruht. Zeit für eine erste Zwischenbilanz aus Ostschweizer Sicht.

Susanne Vincenz-Stauffacher

Susanne Vincenz-Stauffacher

Bild: Brittag Gut

Es sind primär Frauen, die nach vorne drängen. An erster Stelle zu erwähnen, ist FDP-Nationalrätin Susanne Vincenz. Die St. Gallerin legte in Bern einen Blitzstart hin. Sie präsidiert seit kurzem die FDP-Frauen und machte in dieser Funktion bemerkenswert progressive Aussagen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Da profiliert sich eine bürgerliche Frau mit liberal-feministischen Tönen. Ihr primäres Ziel ist die Förderung der Berufstätigkeit der Frauen. Sie lehnt deshalb höhere Kinderabzüge für gut verdienende Familien ab.

Diana Gutjahr

Diana Gutjahr

Bild: PD

Die zweite Aufsteigerin heisst Diana Gutjahr. Die SVP-Politikerin aus dem Oberthurgau gewinnt in ihrer zweiten Berner Legislatur zunehmend an Profil als unabhängige Frau aus der Wirtschaft. Die Ziehtochter von alt SVP-Nationalrat Peter Spuhler ist ein führender Kopf hinter dem Referendum gegen den Vaterschaftsurlaub. Die 36-Jährige kann es mit allen, ist locker und freundlich im Umgang, aber bestimmt in der Sache. Es wäre ein Wunder, hätte die SVP-Führung nicht längst ein Auge auf die smarte Ostschweizerin geworfen.

Franziska Ryser

Franziska Ryser

Bild: PD

Dritte im Bunde ist Franziska Ryser. Die 29-Jährige ist Mitglied der gewichtigen Wirtschaftskommission und neuerdings auch der Parteileitung der Grünen. Sie ist das Gesicht des Öko-Aufschwungs in der Ostschweiz. Der Stadtsanktgallerin ist eine schöne Karriere zuzutrauen - auf Bundesebene oder auch in Stadt und Kanton St.Gallen.

Etwas im Schatten der stürmenden Frauen stehen die Männer. Doch auch bei ihnen gibt es Auffälligkeiten, vor allem bei der Rheintaler SVP-Deputation: Mike Egger, umtriebiger Jungspund aus Berneck, und sein doppelt so alter Parteikollege Roland Rino Büchel. Egger hat sich diese Woche unverhofft an die Spitze des Referendums gegen die geplante Überbrückungsrente für ältere Arbeitnehmende gestellt. Er ist mediengewandt, im Kern freigeistig und ehrgeizig. Büchel wird immer öfter als neuer SVP-Präsident gehandelt. Schmeichelhaft, gewiss. Aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

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