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Kommentar

Die Krux mit der Toleranz

Martin Oswald
Martin Oswald, Leiter Online Tagblatt.ch

Martin Oswald, Leiter Online Tagblatt.ch

Ambiguitätstoleranz mag kein Wort des täglichen Sprachgebrauchs sein, doch für Forscher ist es ein Tummelfeld der menschlichen Psyche. Ambiguitätstoleranz steht für unsere Fähigkeit, positive und negative Eigenschaften in ein und demselben Objekt zu erkennen. Zu akzeptieren, dass es nicht nur eine Sichtweise gibt.

So können Migranten als Bedrohung für unsere Arbeitsplätze betrachtet werden. Aber auch als Bereicherung für die kulturelle Vielfalt. Forscher haben herausgefunden: Wir tun uns ausserordentlich schwer damit, solche Mehrdeutigkeit auszuhalten. Populisten wie US-Präsident Donald Trump, Englands Boris Johnson oder Italiens Matteo Salvini legen keinen Wert auf Ambiguität. Sie stehen für klare Positionen und einfache Parolen.

Doch gerade gesellschaftliche Verständigung und die Kunst der Diplomatie bedürfen einem hohen Mass an Einfühlvermögen und der Fähigkeit zum Kompromiss und bilden so die Basis für ein friedliches Zusammenleben. Ambiguitätstoleranz ist ein Entdeckung der Psychologin Else-Frenkel-Brunwik aus dem Jahr 1949. Siebzig Jahre später wäre es an der Zeit für ein Revival.

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