Der neuen FCSG-Crew eine Chance geben

Auf und Ab: Beim FC St. Gallen läuft noch nicht alles rund, Ausgabe vom 1. Dezember

Bruno Hafner, Häggenschwil, Ehemaliger FCSG 1879
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Sehr geehrter Herr Brägger, ich habe den Eindruck, dass Sie bezüglich des FC St. Gallen das Glas meistens halb leer sehen, selten halb voll. Das motiviert gar nicht. Geben Sie unserer neuen FCSG-Crew doch endlich einmal eine Chance. Ich denke, die meisten wissen, dass man die neue Führung auch für längere Zeit einmal in Ruhe arbeiten lassen muss. Aus meiner Sicht wäre eher Dank angesagt, wie sich alle, insbesondere der Präsident, mit Herzblut und Ehrlichkeit ins Zeug legen!

Zu weiteren Personen: Allein schon über Ihre Aussage zum Trainer, er sei «oft ein bisschen wild», kann ich nur den Kopf schütteln, denn endlich ist einmal einer da, der motiviert und auch an der Seitenlinie lebt. Ich finde das toll! Zum Kader: Am Ehemaligentreff vor einigen Tagen führte Präsident Matthias Hüppi aus, dass die Spieler noch drei Partien Zeit hätten, um sich zu beweisen und zu empfehlen. Ich kann dem zustimmen. Warum Verträge verlängern, wenn die Leistung (noch) nicht wie gewünscht stimmt? Ich stimme auch dem zu, dass viele Spieler zum FC St. Gallen wollen, weil der Club eine gute Adresse ist und jeder Junge weiss, dass er unter Peter Zeidler weitergebracht wird. Dass jetzt sofort und dann noch gute Spieler eingekauft werden sollen, ist der Wunsch von jedermann. Aber was immer vergessen wird: «Wer bezahlt?» – Meistens nicht jene, die am lautesten fordern. Es muss auch finanzierbar sein, und da sind wir in den nächsten Jahren halt auf einer Gratwanderung.

Kommt der Erfolg, kann man auch einmal etwas riskieren. Kommt er nicht, müssen wir «hemdsärmelig» versuchen, in der Super League zu bleiben. Langfristig soll es das Ziel sein, solvent zu sein und unter den Top 5 zu spielen. Auch wenn wir noch nicht Meister sind: Es sind Schritte getan worden, die mich motivieren, weiterhin der Führung und dem FC St. Gallen die Stange zu halten. Spieler werden bei gewissen Leistungen ausgewechselt. Wäre ich Trainer, würde ich Sie, Herr Brägger, noch nicht auswechseln. Aber vielleicht und vorerst zu Alain Sutter in einen «Denk-positiv-Kurs» delegieren.