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Der Feind meines Feindes

Die USA und Israel machen es sich im Syrien-Krieg und im Umgang mit dem vermeintlich besiegten IS zu einfach.
Michael Wrase

Michael Wrase

17 Jahre sind seit den Anschlägen des 11.September vergangen. Die Attentäter waren bekanntlich Dschihadisten, die von Osama bin Laden inspiriert worden waren. Der saudische Terrorchef war Anfang der 80er-Jahre in Afghanistan von Saudi-Arabien und der CIA unterstützt worden, weil er «Feind unserer (russischen) Feinde» war. Die Ergebnisse dieser unheilvollen Liaison sind bekannt. Inzwischen weiss man, dass die «Feinde unserer Feinde» nicht automatisch Freunde sind.

Dennoch wiederholt sich in Syrien jetzt die Geschichte: Die USA und Israel lassen die Dschihadisten von IS und Al Kaida inzwischen weit­gehend in Ruhe, weil diese Dschihadisten auch die «Feinde unserer Feinde» sind. Gemeint ist der Iran, der von Israel, Saudi-Arabien und den USA zum Hauptfeind im Nahen Osten erklärt wurde. In Riad, Jerusalem und Washington hofft man, mit einem Regimewechsel in Teheran den Mittleren Osten «neu zu ordnen». Dass dies auch schief­gehen kann, zeigt der Sturz des Irakers Saddam Hussein, der zum Aufstieg von Al Kaida und dem IS in Syrien und Irak führte.

Die im Irak gemachten Fehler hatten die USA unter Barack Obama weitgehend korrigiert. Die neuen Machthaber in Washington wollen aus der Geschichte des Nahen Ostens jedoch nichts lernen und wiederholen die Fehler ihrer republikanischen Amtsvorgänger. Der IS und andere Dschihadistengruppen werden zwar nicht hofiert wie in den 80er-Jahren in Afghanistan. Man lässt ihnen aber wieder Bewegungsspielraum. Wohin dies führt, hat man zu Wochenbeginn in Süd­syrien gesehen, wo bei einem Massaker des IS ­ 260 unschuldige Menschen starben.

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