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Kommentar

Es braucht frische Ideen, um Hausärzte aufs Land zu locken

Kantone und Gemeinden müssen sich unverdrossen um junge Hausärztinnen und Hausärzte bemühen. Gefragt sind aber auch kreative Ansätze von Unternehmern.
Michael Genova

Dies ist ein Artikel der "Ostschweiz am Sonntag". Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Michael Genova (Bild: Martina Basista)

Michael Genova (Bild: Martina Basista)

Am Ende ihrer Karriere haben Dorfärzte meist nur noch einen Wunsch: Sie wollen ihre Praxis in gute Hände übergeben. Die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger ist jedoch alles andere als einfach – auch in der Ostschweiz. Viele Ärzte arbeiten deshalb weit über ihre Pensionierung hinaus. Aus Leidenschaft, aber auch aus Pflichtbewusstsein gegenüber ihren langjährigen Patienten. Meist hilft auch das nichts – und sie müssen ihre Praxen schliessen.

Doch es gibt auch Entwicklungen, die zu mehr Hoffnung Anlass geben. Die wichtigste von allen: Längst nicht alle jungen Hausärzte wollen in der Stadt oder der Agglomeration arbeiten. Auch die traditionelle Hausarztpraxis auf dem Land stösst auf Interesse, zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie – damit ist das Problem allerdings noch lange nicht gelöst.

Erstens braucht es die anhaltende Unterstützung der Politik. Als besonders wirksam haben sich die Praxisassistenz-Programme erwiesen. Über 40 Prozent der Jungärzte übernehmen eine Praxis, in der sie eine Assistenz absolvierten. Es wäre deshalb weise, wenn die Ostschweizer Kantone ihr Engagement in diesem Bereich weiterführten. Grosse Hoffnungen setzen die Kantone auch in die medizinische Masterausbildung, die ab 2020 an der Universität St. Gallen starten wird. Es wird allerdings noch etwas dauern, bis die ersten Absolventen in den Praxen stehen werden.

Zweitens sollten sich Gemeinden mit den Hausärzten über deren Zukunftspläne austauschen. Steht eine Praxis kurz vor der Schliessung, ist es meist schon zu spät. Wenn Gemeinden hingegen frühzeitig aktiv werden, können sie mit wenig Geld viel bewirken. So beteiligten sich Ermatingen und Salenstein finanziell an den Vorarbeiten für eine genossenschaftliche Gemeinschaftspra­xis. Und Speicher verkaufte eine Gemeindeliegenschaft zu einem günstigen Preis an eine Investorin, die im Gegenzug eine Praxis einrichtete.

Drittens braucht es die kreativen Ansätze von Privatpersonen und Unternehmern. So sind viele kleinere Gruppenpraxen in der Ostschweiz auf private Initiative von Ärzten entstanden. Sie haben damit geholfen, die medizinische Grundversorgung auf dem Land zu sichern. Vielversprechend ist auch das neue Modell der Firma Mein Arzt Schweiz, die kleine Hausarztpraxen aufkauft, Nachfolger sucht und ihnen die gesamte Administration abnimmt.

Diese Beispiele zeigen: Die Pflege des schwerkranken Dorfarztes ist noch nicht abgeschlossen. Mehrere Behandlungsschritte sind noch nötig, bis der Patient wieder gesund sein wird. Ein geheimes Wundermittel gibt es nicht.

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